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Chemotherapie : Schwitzen für ein besseres Körpergefühl

Sport kann helfen, die Nebenwirkungen einer Chemotherapie zu verringern. Bild: Stefan Finger

Sport während der Chemotherapie, geht das? „Ja“, sagt Onkologin Elke Jäger und will ein Netzwerk für Bewegungstherapie aufbauen.

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          Dass man dem Krebs nicht einfach davonlaufen kann, das weiß auch Silke Jäger. Aber die Chefärztin der Klinik für Onkologie und Hämatologie am Krankenhaus Nordwest fordert trotzdem ihre Patienten dazu auf, die Sportschuhe zu schnüren. Sie ist sich sicher, dass Krebspatienten durch Ausdauersport ihre Lebensqualität während der anstrengenden Behandlungsphasen steigern und Nebenwirkungen reduzieren können.

          Marie Lisa Kehler
          Stellvertretende Ressortleiterin des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Die Deutsche Krebshilfe ist von diesem Ansatz ebenfalls überzeugt. Sie will deshalb ein Projekt der Klinik für Onkologie und des Instituts für onkologische Sport- und Bewegungstherapie am Krankenhaus Nordwest mit einer sechsstelligen Summe fördern. Ziel soll es sein, ein flächendeckendes Netzwerk für onkologische Sport- und Bewegungstherapie im gesamten Rhein-Main-Gebiet aufzubauen. Im Gespräch mit speziell geschulten Sporttherapeuten sollen die Patienten herausfinden, welche Sportarten sich bei ihrem Krankheitsbild besonders anbieten und worauf sie beim Training achten müssen. Nach der Beratung werden die Patienten an Netzwerkpartner aus der Region vermittelt, die sich auf die sportliche Begleitung von Krebspatienten spezialisiert haben. Das bereits bestehende Netzwerk habe „noch große Löcher“, sagt Jäger. Aktuell seien 20 speziell geprüfte Kooperationseinrichtungen dem Programm angeschlossen, weitere sollen folgen.

          Dass Sport dabei helfen kann, die Beschwerden während einer Krebsbehandlung zu verringern, haben nach Angaben von Jäger schon mehr als 700 Studien bewiesen. Da es sich aber lediglich um Bewegungsangebote und nicht um Heilungsversuche handele, „zahlt einem das keiner“, erklärt Jäger. Daher könnten nur wenige Kliniken Bewegungsprogramme für Patienten vorhalten. Auch deshalb sei die Förderung durch die Krebshilfe für die Region so wichtig.

          Individuelle Pläne für jeden Patienten

          Schon seit 2017 setzen sich Ärzte und Sporttherapeuten am Institut für onkologische Sport- und Bewegungstherapie dafür ein, auch Krebspatienten aus dem Umland aktiv durch die Krankheit zu begleiten. „Die Behandlung bleibt stets der Hand der zuständigen Onkologen“, versichert Jäger.

          Den Sporttherapeuten sei es aber wichtig, auf das individuelle Krankheitsbild und die Persönlichkeit eines jeden Patienten einzugehen. Nicht für jeden biete sich etwa Joggen als Therapie an. Denn oft verursachten die Medikamente Taubheitsgefühle in den Füßen, was zu einem unsicheren Gang führe. Auch solche Nebenwirkungen müssten bei der Wahl der geeigneten Sportart bedacht werden.

          Zudem seien etwa 65 Prozent der Patienten, die das Angebot in der Vergangenheit genutzt hätten, zu Beginn der Krebsbehandlung bekennende Nicht-Sportler gewesen, erinnert sich Jäger. Diese müssten natürlich ganz anders ans Training herangeführt werden als Patienten, für die Sport schon zum Leben gehöre. Am Ende zähle eines: „Die Patienten können selbst dazu beitragen, Nebenwirkungen zu reduzieren, und eine Verbesserung des körperlichen Allgemeinzustands erleben“, sagt Jäger. „Sport zieht eine verdiente Müdigkeit nach sich, die man mit Genuss ausruhen möchte“, – ganz anders als die Erschöpfung, die sich nach einer Chemotherapie ausbreite.

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