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Hessische Landesbehörden : Nur wenige Frauen an der Spitze

Ausnahme: Beatrix Tappeser, Staatssekretärin im Agrar- und Umweltministerium, ist eine der wenigen Frauen in einem Spitzenamt auf Landesebene Bild: Wolfgang Eilmes

In vier von zehn obersten hessischen Landesbehörden werden alle Abteilungen ausschließlich von Männern geleitet. Die Frauenquote in Spitzenämtern sei „konstant schlecht“, rügt SPD-Politikerin Gnadl.

          Frauen sind in den Führungspositionen der zehn hessischen Ministerien nach wie vor unterrepräsentiert. In den Ressorts Inneres, Finanzen, Justiz und Wirtschaft werden alle Abteilungen ausschließlich von Männern geleitet. Das ergibt sich aus einer Antwort des Sozialministers Kai Klose (Die Grünen) auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion.

          Ewald Hetrodt

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Insgesamt gibt es in den Ministerien 61 Abteilungen – darunter sind zehn mit einer weiblichen Führungskraft. Relativ stark vertreten sind Frauen im Umweltministerium, dort besetzen sie vier der acht Abteilungsleiterstellen. Priska Hinz (Die Grünen) ist Ministerin, ihre Parteifreundin Beatrix Tappeser Staatssekretärin.

          Ein Minister, zwei Männer dahinter

          Während dieses Ressort von Frauen dominiert wird, sind die sieben Abteilungsleiter im Wirtschaftsressort allesamt männlich. An der Spitze steht Minister Tarek Al-Wazir (Die Grünen). Er hat zu Beginn der Wahlperiode zwei neue Staatssekretäre engagiert. Es sind ebenfalls Männer.

          „Konstant schlecht“: Lisa Gnadl (SPD) bemängelt die Frauenquote in Spitzenämtern auf Landesebene

          Aus der Liste des Sozialministeriums geht außerdem hervor, dass in der Staatskanzlei von neun Abteilungen zwei eine Frau an ihrer Spitze haben. In den Ministerien für Soziales und für Kultus wird jeweils eine Abteilung von einer Frau geleitet. Im Wissenschaftsressort gibt es momentan zwei Abteilungsleiterinnen, eine übt die Funktion nur vorläufig aus.

          Quote „konstant schlecht“

          Die Frauenquote in den obersten Landesbehörden sei „konstant schlecht“, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Lisa Gnadl. Zwar habe sich beispielsweise im Umweltministerium der Anteil weiblicher Abteilungsleiterinnen im Laufe der zurückliegenden zwei Jahre erhöht. Aber weder im Finanz- noch im Wirtschaftsministerium habe sich etwas geändert, obwohl es dort seit 2017 immerhin drei Neubesetzungen gegeben habe.

          Auch in dem immerhin von Eva Kühne-Hörmann (CDU) geführten Justizministerium sei offensichtlich auf Abteilungsleiterebene eine Frau durch einen Mann ersetzt worden. Nun würden alle fünf Abteilungen von Männern geführt. „Die Ministerin scheint der Förderung von Frauen offensichtlich keine große Bedeutung zuzumessen“, so Gnadl. Die aktuellen Zahlen sprächen eine deutliche Sprache. „Das Desinteresse der Landesregierung an Frauenförderpolitik ist in der Antwort auf unsere Kleine Anfrage ein weiteres Mal deutlich dokumentiert.“

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