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Raum für Frauen : „Wir haben bewusst mit einer Provokation gearbeitet“

Raum für Frauen: Installation in Frankfurt, Josefine Köhler (links) Bild: Esra Klein

Wem gehört der öffentliche Raum? Vier junge Frauen von der HfG Offenbach und der Universität Köln haben das in einem Projekt gefragt – nun zieht eine von ihnen Bilanz.

          3 Min.

          Frau Köhler, „Kein Zutritt für Männer“ stand an dem Holzhaus, das Sie Ende September mit Kommilitoninnen von der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach und der Universität Köln auf dem Römerberg errichtet haben. Es ging darum zu hinterfragen, wem der öffentliche Raum gehört und wer ihn nach wessen Bedürfnissen gestaltet hat. Wie waren die Reaktionen?

          Anna-Sophia Lang
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Josefine Köhler: Wir haben uns auf ein Buch der Geografin Leslie Kern gestützt, „Feminist City – Claiming Space in a Man-Made World“. Es gibt darin eine Studie, der zufolge junge Frauen ein wachsendes Bedürfnis nach öffentlichen Orten haben, an denen sie verweilen und ihre Umwelt wahrnehmen können, ohne selbst Blicken ausgesetzt zu sein. Wir haben diesen Gedanken auf die Spitze getrieben und bewusst mit einer Provokation gearbeitet. Es gab Zuspruch, teils Dankbarkeit, aber auch viel Ablehnung und Wut. Man ist nicht gewohnt, dass theoretische Ansätze in eine physische Realität transformiert werden und man plötzlich vor einem Raum steht, den keine Männer betreten sollen.

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