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Weltrekordversuch im Taunus : Längste Rufkette wird trotz Pannen gefeiert

  • Aktualisiert am

Auf Zuruf: Der Initiator des Weltrekordversuchs, Roland Siegwald (links) von der „Theatergruppe Mobile Albania“ demonstriert, wie das mit den Rufen so funktionieren soll. Bild: dpa

Etwa 150 Menschen stehen im Wald und rufen sich - ähnlich wie bei dem Kinderspiel „Stille Post“ - Sätze zu. Im hessischen Friedrichsdorf entsteht so die längste Rufkette der Welt.

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          Der Verbindungsaufbau dauerte viel länger als geplant, die Kommunikation war lückenhaft und voller Fehler. Doch am Ende stand der Erfolg: Weltrekord! Etwa 150 Menschen haben am Donnerstag im Wald im Hochtaunuskreis zwischen Friedrichsdorf und dem ehemaligen Römerkastell Saalburg bei Bad Homburg gestanden und sich Nachrichten zugerufen. So wurde die mit sieben Kilometern nach Angaben der Veranstalter bislang längste Rufkette der Welt gebildet. Ausgedacht hatte sich dies die Gießener Theatergruppe „Mobile Albania“.

          „Willkommen zum Tag des längsten analogen Ferngespräches“, begrüßt der Künstler Roland Siegwald am Nachmittag die vielen Schaulustigen auf der Saalburg, einem ehemaligen Römerkastell. Bis kurz vor Beginn war noch nach Teilnehmern gesucht worden. Auch Sybille Borchardt-Schneeberger aus Bad Homburg war eigentlich nur zum Zuschauen gekommen. „Wir wurden dann hier von einer Frau angesprochen und da haben wir eben mitgemacht“, erzählt die Frau, als sie sich auf ihren mit einem roten Fähnchen markierten Posten stellt.

          Teilnehmer stehen etwa 50 Meter entfernt voneinander

          Die Idee: Von der Saalburg aus sollen mehrere Sätze nach Friedrichsdorf ans Johann-Philipp-Reis-Haus übermittelt und von dort aus die Antworten quer durch den Wald zurückgerufen werden. Reis (1834-1874) gilt als der Erfinder des Telefons, er lebte in Friedrichsdorf. Als ersten Satz soll er „Das Pferd frisst keinen Gurkensalat“ telefonisch durchgegeben haben.

          Viele Besucher auf der Saalburg erwarteten nun auch hier diesen Satz. Doch der erste Mann in der langen Kette - Till Korfhage von „Mobile Albania“ - ruft Sätze wie „Die Römer kommen“ oder „Der Schall dringt durch alle Grenzen“ über die Brüstung des ehemaligen Römerkastells. Die vielen Menschen im Wald stehen im Abstand von jeweils etwa 50 Metern voneinander entfernt. Einige Sätze sind für sie gut zu verstehen, bei anderen machen sie ratlose Gesten oder fragen noch einmal nach.

          Weltrekord geglückt

          Als auf der Saalburg die Antworten aus der Nachbarstadt nach etwa einer halben Stunde eintreffen, sorgen sie teilweise für Irritationen. „Saalburg, wir hören“ ergab noch Sinn. Doch ein Satz war ganz unverständlich und was mit „Käsekuchen und Apfelsaft“ gemeint war, wusste auf der Saalburg niemand. „Eigentlich sollte hier der Satz ’Friedrich, für Verpflegung ist gesorgt’ ankommen“, berichtet Siegwald.

          Welche Sätze es bis nach Friedrichsdorf geschafft hatten, konnte er nicht sagen - zum Handy hatte er noch nicht gegriffen. 40 Minuten, nachdem der erste Satz in Richtung Friedrichsdorf gerufen worden war, stellte er sich auf die Saalburg-Brüstung und verkündete: „Der Weltrekord ist gelungen.“

          Bislang gab es hierzu noch keinen Rekord, die sieben Kilometer lange Rufkette soll nun beim Rekord-Institut für Deutschland eingetragen werden. Veranstalter waren die regionalen Gesellschaften Kulturfonds Frankfurt/Rhein-Main und Kulturregion Frankfurt/Rhein-Main.

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