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Weltkriegs-Bomben in Hessen : Entschärfungen in Frankfurt und Wiesbaden geplant

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Heikle Entschärfung: Bei der Bombe soll der Zünder noch intakt sein (Symbolbild). Bild: dpa

In Hessen wurden in zwei Großstädten Weltkriegs-Bomben entdeckt. Während in Frankfurt die Entschärfung am Wochenende stattfinden soll, werden in Wiesbaden bereits tausende Einwohner evakuiert.

          Eine Weltkriegs-Bombe wurde im Main in der Frankfurter Innenstadt entdeckt und soll am kommenden Sonntag entschärft werden. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, müssen dazu im Bereich der Alten Brücke die ersten Häuserreihen geräumt werden. Davon seien etwa 600 Bewohner betroffen. Die Anwohner in der zweiten Häuserreihe dürfen während der Entschärfung in ihren Wohnungen bleiben. Sie sollen jedoch die dem Main zugewandten Fensterbereiche meiden. Zugleich sind sie angehalten, alle Fenster und Türen geschlossen zu halten.

          Außerdem werde es im Straßen- und Schifffahrtsverkehr sowie im öffentlichen Nahverkehr am Sonntag zu Sperrungen kommen. Details wurden zunächst nicht genannt. Betroffene Anwohner, die ihre Häuser verlassen müssen, werden im Ratskeller des Rathauses (Römer) vorübergehend Zuflucht finden. Der Bombenfund ereignete sich an einem heiklen Ort: In direkter Umgebung sind der bei Touristen beliebte Römerberg, das Mainufer und das Museumsufer.

          Wiederkehrendes Problem in Hessen

          Einsatzkräfte und Bürger in Frankfurt sind inzwischen schon an Entschärfungen gewöhnt: Immer wieder wurden in den vergangenen Jahren und Monaten meist bei Bauarbeiten Blindgänger entdeckt. Im September 2017 wurde nach dem Fund einer tonnenschweren Bombe nahe dem Uni-Campus die bisher größte Evakuierung der Nachkriegszeit in Deutschland angeordnet. Mehr als 60.000 Frankfurter mussten vorübergehend aus ihren Wohnungen.

          Die Vorbereitungen für die Entschärfung einer Weltkriegsbombe in Wiesbaden laufen den Worten eines Stadtsprechers zufolge nach Plan. Die Einsatzkräfte seien am Donnerstagmittag bereits mit Lautsprecherwagen in den Straßen unterwegs, um alle Menschen daran zu erinnern, dass sie ihre Wohnungen verlassen müssen. Die rund 250 Bewohner eines Altenwohnheims sowie eines Alten- und Pflegeheims wurden am Vormittag in eine nahe gelegene Schule gebracht, wie ein Sprecher der Stadt sagte.

          120 Kilogramm Sprengstoff

          Davon betroffen seien auch 39 Wachkoma-Patienten. Für sie sei in der Schulsporthalle ein medizinisches Zentrum eingerichtet worden, Ärzte und Pfleger seien vor Ort, sagte der Stadtsprecher. Bis zum frühen Nachmittag soll das Viertel mit insgesamt 2855 Einwohnern geräumt sein. Alle Geschäfte und Büros werden evakuiert. Auch ein Kindergarten ist betroffen.

          Der 250 Kilogramm schwere Sprengkörper aus dem Zweiten Weltkrieg soll ab 19.00 Uhr entschärft werden. Dazu muss auch die Bundesstraße 455 entlang der Sicherheitszone voll gesperrt werden. Die Bombe enthält nach Angaben der Stadt 120 Kilo Sprengstoff. Sie war bei vorbereitenden Arbeiten in einem potenziellen Neubaugebiet entdeckt worden.

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