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Fastnachtkostüme : Mit Vokuhila voll im Trend

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Fliegerseide und Fransenschnitt: Der Autor zeigt sich in einem in diesem Jahr besonders angesagten Outfit für die Fastnacht. Bild: Cabrera Rojas, Diana

Zur Kostümierung bedienen sich Fastnachter an vergessener Mode und Vorbildern aus Filmen. Doch nicht jedes Kostüm kann man kaufen.

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          Vokuhila ist, vorsichtig ausgedrückt, eine spezielle Frisur. Charakteristisch für den Haarschnitt, der in den Achtziger seine Blütezeit erlebte, ist die fragwürdige Kombination aus kurzem Haar an der Stirn und schulterlanger Mähne am Hinterkopf. Dieter Bohlen, Rudi Völler oder Peter Maffay, sie alle rockten die „Manta-Matte“. Nun ist Vokuhila zurückgekehrt. Jedoch nicht in die Mitte der Gesellschaft, sondern als beliebte Kopfbedeckung an Fastnacht. In einem großen Frankfurter Kaufhaus geht die silberblonde Vokuhila-Perücke besonders gut weg, wie die Leiterin der Kostümabteilung verrät.

          Zielsicher empfiehlt sie dazu einen schrill-bunten Trainingsanzug in türkis und grellem pink. Ein Outfit, das geradezu nach einem Frotteestirnband verlangt. Besonders bei Männern sei die Reminisenz an die Zeit von Modern Talking und Miami Vice in dieser Fastnachtssaison gefragt.

          Aber auch weibliche Fastnachtsbegeisterte führt die Kostümsuche in vergangene Epochen. Genauer gesagt in die verruchten Tanzlokale des Berlins der Zwanziger, wo das Charlestonkleid seine Geburtsstunde in Deutschland feierte. Die kniekurze Abendrobe, deren Fransen beim Tanzen wild durch die Luft wirbeln, haben viele Närrinnen in dieser Session wieder für sich entdeckt. Einer der Gründe: der Erfolg der Fernsehserie „Babylon Berlin“, die das rauschhafte Lebensgefühl der goldenen Zwanziger wieder hat aufleben lassen.

          Ohnehin sind populäre Filme und Serien ein ziemlich guter Indikator für die Kostümtrends an Fastnacht. So schmissen sich im vergangenen Jahr unzählige Feiernde in einen roten Ganzkörperanzug und setzten sich eine Maske des Künstlers Salvador Dali auf – in Anlehnung an die Protagonisten aus der Serie „Haus des Geldes“. Hoch im Kurs stehen auch Verkleidungen aus der Fantasysaga „Game of Thrones“, wie etwa das Gewand der Drachenkönigin Daenerys. Nach dem Kinoerfolg des Films „Joker“, für dessen Inszenierung Schauspieler Joaquin Phoenix kürzlich erst den Oscar erhielt, werden auch wieder mehr Kostümierungen des irrsinnigen Clowns zu sehen sein, glauben die Verkäufer in den Fastnachtsabteilungen.

          Drink doch ene met: So sieht das passende Kostüm zur Bierlaune aus.

          Konträr zur eher verschreckenden Anmutung der Comicfigur, zählt das klassische Clownskostüm in den Grundfarben rot und weiß vor allem beim älteren Publikum immer noch zur Stammausstattung. Unförmige Ringelhemden und Pluderhosen sind aber nicht bei allen gefragt. „Bei den jüngeren muss es auch optisch etwas her machen“, heißt es aus der Kostümabteilung des Frankfurter Kaufhauses. Insbesondere die Kundinnen kämen mit teils ausgefallenen Ideen aus Filmen wie „Black Swan“, denen man schwer gerecht werden könne. Die Konsequenz: Selbst schneidern und basteln.

          Zwar stellen viele Feierwütige ihre Verkleidung mittlerweile individuell zusammen. Was jedoch nicht bedeutet, dass deutlich simplere Kostüme aus der Mode geraten wären. Ganzkörperverkleidungen wie Bienen, Marienkäfer und Kängurus sind nach Auskunft der Händler vor allem für Straßenumzüge als wetterfeste Alternative weiter gefragt. Auch für das Kostüm eines überdimensionalen Bierfasses zum Hineinschlüpfen gibt es reichlich Abnehmer. Wer hierzu noch die Vokuhila-Perücke kombiniert, dürfte in den kommenden Tagen nicht zu übersehen sein.

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