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Weiterbildung für Flüchtlinge : Lehrer im Irak, Erziehungshelfer in Deutschland

  • -Aktualisiert am

Neue Perspektive: Ali Fayyadh Hwaidi möchte Erzieher werden. Bild: Lucas Bäuml

Viele Flüchtlinge machen die Erfahrung, dass ihr Studium und Vorerfahrungen in Deutschland nicht anerkannt werden. Für Zuwanderer mit pädagogischen Kenntnissen gibt es von KUBI ein spezielles Weiterbildungsangebot.

          3 Min.

          Bevor Ali Fayyadh Hwaidi 2015 nach Deutschland kam, hat er im Irak Geographie studiert und ehrenamtlich als Lehrer gearbeitet. Abschließen konnte er sein Studium nicht, denn der IS kam in sein Dorf. Statt weiter zu lehren und zu studieren, hätte er kämpfen müssen, doch das kam für ihn nicht infrage, wie er sagt. Deshalb entschied er sich für die Flucht. In Deutschland angekommen, landete er in einer Flüchtlingsunterkunft in Niedernhausen. Nach eineinhalb Jahren erhielt er die Aufenthaltserlaubnis, doch eine berufliche Perspektive gab es erst einmal nicht: Das angefangene Studium und die Vorerfahrung als Lehrer wurden in Deutschland nicht anerkannt. Durch Glück fand er nach vielen erfolglosen Bewerbungen einen Job als Erziehungshelfer bei der Caritas. Für den akademisch Qualifizierten nur ein schwacher Trost.

          Um Menschen wie Hwaidi den Einstieg in einen pädagogischen Beruf oder eine akademische Weiterbildung zu ermöglichen, wurde das Kontaktstudium „Pädagogische Kompetenzen in der Migrationsgesellschaft“ entwickelt. Es handelt sich um ein Projekt von KUBI, dem Verein für Kultur und Bildung, in Kooperation mit den Universitäten Frankfurt und Oldenburg.

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