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Bistum Limburg : Kein Nachfolger für Tebartz-van Elst in Sicht

  • Aktualisiert am

Nutzer steht aus: Dieser Raum sollte der Arbeitsplatz von Bischof Tebartz-van Elst werden. Bild: Helmut Fricke

Seit mittlerweile einem Jahr ist der Bischofsstuhl im Bistum Limburg verwaist. Das Bistum arbeitet die Affäre um Tebartz-van Elst auf - ein Nachfolger lässt auf sich warten.

          Die Katholiken im Bistum Limburg warten auf einen neuen Oberhirten. Seit mittlerweile einem Jahr ist dort der Bischofsstuhl verwaist. An diesem Donnerstag vor einem Jahr war bekanntgeworden, dass Franz-Peter Tebartz-van Elst nach seiner vom Papst verordneten Auszeit nicht auf den Limburger Domberg zurückkehrt. Die Leitung des Bistums Limburg hat zwischenzeitlich Weihbischof Manfred Grothe aus dem Erzbistum Paderborn übernommen, bis ein neuer Bischof gefunden ist.

          Das Bistum mit seinen rund 645.000 Katholiken in Hessen und Rheinland-Pfalz arbeitet derzeit immer noch die Affäre um Tebartz-van Elst und seine kostspielige Residenz auf. In der Affäre um den Bischof ging es nicht nur um Verschwendungsvorwürfe, sondern auch um den Führungsstil von Tebartz-van Elst. Kritiker sprachen damals von einer „Atmosphäre lähmender Angst“ im Bistum. Betroffene konnten im vergangenen Herbst ein Sorgentelefon nutzen.

          „Weitere Änderungen nötig“

          107 Anrufer meldeten sich und berichteten laut der Diözese über bedrückende Erfahrungen und Verletzungen. Ein Fazit des aktuellen Bistumsleiters Manfred Grothe: Es bedürfe weiterer struktureller und organisatorischer Veränderungen, damit neues Vertrauen wachsen könne.

          Die Affäre um Tebartz-van Elst macht sich auch in der Statistik bemerkbar. Im Jahr 2013 kehrten deutschlandweit rund 178 800 Katholiken der Kirche den Rücken, nach 118 000 zuvor. Im Bistum Limburg trat eine Rekordzahl von fast 8000 Menschen aus. Im Herbst 2013 hatte sich die Affäre um Tebartz-van Elst zugespitzt. Damals wurde die Kostenexplosion am Bischofssitz bekannt.

          Zu dem Amtssitz gehören neben der bischöflichen Wohnung unter anderem eine Privatkapelle, Konferenzräume und Gästezimmer. Auch ohne einen Bischof will das Bistum den skandalträchtigen Komplex nutzen - und ihn so „entzaubern“ und „entmystifizieren“. Geplant ist, das Gebäude für kirchliche und kulturelle Veranstaltungen oder Feste zu öffnen. Ein passendes Ambiente bietet die schicke Residenz allemal. 

          Sedisvakanz im Bistum Limburg

          Die Sedisvakanz bezeichnet in der katholischen Kirche die Zeit, in der das Amt eines Bischofs unbesetzt ist. Das können mehrere Monate oder auch Jahre sein. In Deutschland haben derzeit zwei Bistümer keinen Bischof: Limburg und Berlin. In Limburg begann die Sedisvakanz Ende März 2014 mit dem Ausscheiden von Franz-Peter Tebartz-van Elst. Ein Nachfolger ist noch nicht bekannt.

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