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Weinlese im Rheingau : Kein Riesling-Jahr für schwache Nerven

  • -Aktualisiert am

Kein gutes Rotweinjahr: Viele Spätburgunder-Trauben zu Rosé-Weinen verarbeitet. Bild: Frank Röth

Die Winzer haben trotz reichlich Regen im Jahr ihre Sorgen: Ein Pilz, der Falsche Mehltau, führt zu Ertragsausfällen – auch das ist eine Folge des Klimawandels für den Weinbau.

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          Endlich wieder einmal ein Weinjahr ohne dürstende Rebstöcke und ohne Sonnenbrandschäden an den Trauben. Und endlich einmal wieder eine Rieslingernte, die erst im kühlen Oktober beginnt und dann nicht schon beendet ist. Doch die Rheingauer Winzer sind zum Start der Hauptlese alles andere als zufrieden. In einem bislang nicht bekannten Ausmaß hat sich die für den Ertragsweinbau gefährlichste Pilzkrankheit, der Falsche Mehltau, in den Weinbergen ausgebreitet.

          Oliver Bock
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Ähnlich schlimm war es zuletzt im Jahr 2016, doch währte der sogenannte Befallsdruck damals nur vier bis fünf Wochen. Diesmal habe die Gefahr während der gesamten Vegetationsperiode nicht nachgelassen, sagt Ottmar Baus vom Institut für Phytomedizin der Hochschule Geisenheim. Das habe es so noch nicht gegeben. Üblicherweise werden die Beeren im Verlauf des Sommers resistent, weil ihre Häute dick genug sind. Doch der Pilz befiel diesmal auch das Stielgerüst der Trauben und richtete hohe Schäden an. „Die Winzer brauchen viel Glück, um gut durch so eine Epidemie zu kommen“, sagt Baus. Der Abwehrkampf mancher Winzer wurde noch dadurch erschwert, dass manche Pflanzenschutzpräparate schon früh ausverkauft waren.

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