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Wein und Klimawandel : Riesling-Anbau im Harz noch keine Option

Steter Tropfen: Die Trockenheit macht die andauernde Bewässerung der Rebstöcke etwa in Rüdesheim nötig. Bild: Michael Kretzer

Die Winzer sehen sich als Gewinner des Klimawandels, doch neue Schädlinge und Trockenstress malträtieren die Rebstöcke. Die wichtigste Rolle spielt die Wasserzufuhr.

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          Wenn es dem Riesling im Rheingau auf Dauer zu warm und zu trocken werden sollte, dann gibt es aus Sicht der Wissenschaftler für Winzer zwei einfache Anpassungsstrategien: den Riesling durch wärmeliebende rote Rebsorten wie Shiraz ersetzen oder neue Weinberge in nördlichen und höher gelegenen Zonen anlegen. Beispielsweise im Harz. Doch das ist pure Theorie und entspricht weder den Wünschen der Weinbauern, noch berücksichtigt es die weitgehende Beschränkung des Ertragsweinbaus auf die traditionellen Weinregionen.

          Oliver Bock
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Und noch können sich die Rheingauer Winzer als die Gewinner des Klimawandels betrachten. Sorgen um die Ausreifung der Trauben und um ausreichend hohe Mostgewichte, wie sie vor wenigen Jahrzehnten noch die Regel waren, gehören spätestens seit Ende der achtziger Jahre der Vergangenheit an. Der Klimawandel lässt sich im Wein messen und dokumentieren. Das zeigt die aktuelle Antwort auf eine Kleine Anfrage des Rheingauer Landtagsabgeordneten Klaus Gagel (AfD) durch das hessische Landwirtschaftsministerium. Während das durchschnittliche Mostgewicht in den sechziger Jahren in Hessen noch bei 73 Grad Oechsle lag, wurden zwischen 2011 und 2017 schon 88,5 Grad Oechsle dokumentiert.

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