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Rheingauer Wein : „Erstes Gewächs“ für Deutschland

Handverlesen: Während dies für ein „Großes Gewächs“ vorgeschrieben werden soll, könnten „Erste Gewächse“ auch von Maschinen geerntet werden. Bild: Frank Röth

Die Novellierung des nationalen Weingesetzes ist beschlossene Sache. Der Rheingau gibt ein Privileg auf und verliert ein Alleinstellungsmerkmal für seine Spitzenweine.

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          Das „Erste Gewächs“ ist der Stolz des Rheingaus gewesen: Seit 1999 war die Weinregion zwischen Lorch und Hochheim das einzige Anbaugebiet Deutschlands, dessen Weinberge nach wissenschaftlichen Kriterien im Hinblick auf ihre Güte klassifiziert worden waren. Auf Basis dieser Gütekarte und mit dem gesetzlichen Segen des Landes Hessen durften ausschließlich im Rheingau „Erste Gewächse“ als trockene Spitzenweine erzeugt werden. Ein nationales Alleinstellungsmerkmal, das zugleich Segen und Fluch war.

          Oliver Bock
          (obo.), Rhein-Main-Zeitung

          Denn durch die Verankerung „Erster Gewächse“ in der Verordnung zum hessischen Weinrecht war allen anderen Erzeugern in Deutschland die Nutzung dieses Begriffs verwehrt. Rund 150 deutsche Spitzenwinzer außerhalb des Rheingaus, die dem ambitionierten Verband der Prädikatsweingüter (VDP) angehörten, wichen deshalb auf den Begriff „Großes Gewächs“ aus. Mit Erfolg und mit unguten Folgen für das „Erste Gewächs“.

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