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Weihnachtsmärkte und Corona : Kreativität statt Komplettabsage

  • -Aktualisiert am

Vergangener Budenzauber: ein Stand auf einem Weihnachtsmarkt im vergangenen Jahr Bild: dpa

Im Kreis Groß-Gerau findet sich offenbar niemand, der ein Konzept vorlegen kann, das Weihnachtsmarktbesuche möglich macht. Da sollte sich der Kreis ein Beispiel an anderen Städten nehmen. Das wäre nicht nur im Interesse der Einzelhändler.

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          Ein Windlicht auf der Fensterbank kann keinen Weihnachtsmarkt ersetzen. Umso mehr schmerzt es, dass sich im ganzen Kreis Groß-Gerau bisher offenbar niemand findet, der ein Konzept vorlegen kann, um unter Berücksichtigung aller im Dezember vermutlich geltenden Hygiene- und Sicherheitsvorschriften ein bisschen Vorweihnachtsstimmung in Städte und Gemeinden zu bringen. Zweifellos wären dabei auch die Besucher gefordert, an den meist dicht umlagerten Glühwein- und Reibekuchenständen mit darauf zu achten, dass es in Corona-Zeiten gesittet zugeht. Doch das sollte eigentlich zu schaffen sein.

          Aktuell wird von den Fußballvereinen, die zugegebenermaßen besser aufgestellt sind, wenn es darum geht, Menschenmassen zu lenken, die Rückkehr der Zuschauer in die Stadien gefeiert. Und da soll es unmöglich sein, auf öffentlichen Plätzen heiße Schokolade auszuschenken oder Christstollen zu verkaufen? Die Nachbarn in Mainz und Darmstadt wollen diesmal vor allem auf Entzerrung setzen und die Verkaufsstände in größeren Abständen über weite Teile der Innenstädte verteilen. In Frankfurt und Offenbach soll der Budenzauber ebenfalls ermöglicht werden: notfalls mit Einlasskontrollen, Maskenpflicht und separaten Gastronomie-Zonen.

          Mehr Mut und Kreativität in den Rathäusern

          So positiv es ist, dass sich die Bürgermeister der 14 Kreiskommunen und Landrat Thomas Will (SPD) in diesem Fall einig sind. Mussten sie die geplante Absage aller lokalen Weihnachtsmärkte wirklich schon im September verkünden? Im Interesse der Einzelhändler und der wirtschaftlich stark gebeutelten Schausteller, die ein katastrophales Jahr hinter sich haben, würde man den Verantwortlichen in den Rathäusern etwas mehr Mut und Kreativität wünschen.

          Zumindest in Rüsselsheim wird ja noch darüber nachgedacht, wie ein Weihnachtsmarkt – ob abermals im Verna-Park oder anderswo – funktionieren könnte. Derweil scheint sich die Kreisstadt Groß-Gerau schon von allen Plänen verabschiedet zu haben. Stattdessen wird im Internet für einen Marktbesuch im Dezember 2021 geworben. Da stellt sich die Frage, ob es wirklich angemessen ist, wenn im Zentrum des Landkreises diesmal nur einige Lichterketten vom Weihnachtsfest künden. Ein paar zusätzliche Standplätze für Anbieter von Holzspielzeug und Christbaumkugeln dürften sich in der Innenstadt schon noch finden lassen. Was spricht denn gegen ein stimmungsvolles Weihnachtsmarktwochenende auf den dann eh leeren Parkflächen am Landratsamt?

          Markus Schug

          Korrespondent Rhein-Main-Süd.

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