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Weihnachtsgeschäft : Zeil setzt auf die Angst vor „Wackel-Nummern“

Selbstabholen statt im Internet bestellen: Kunden im Kaufhof an der Zeil Bild: Waldner, Amadeus

Auf Frankfurts Top-Einkaufsstraße war schon einmal mehr los. Doch die wichtigsten Tage im Weihnachtsgeschäft kommen noch - auch, weil Kunden der Zuverlässigkeit von Online-Bestellungen nicht trauen.

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          An diesem Samstag dürfte es voll werden in der Frankfurter Innenstadt. „Wir glauben, dass aber auch am Montag und Dienstag noch richtig was geht“, sagt Karstadt-Chefin Christine Meyer von Froreich. Dann hätten die meisten schon Urlaub und Zeit zum Einkaufen. Auch bei Kaufhof läuft die Wette auf die letzten Tage, wie Filialleiter Frank Bertsch sagt.

          Petra Kirchhoff

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Erfahrungsgemäß zieht das Weihnachtsgeschäft immer später an. Früher seien alle aus Sorge, ein Artikel könnte später ausverkauft sein, gleich am Anfang der Adventszeit losgerannt, heißt es. Inzwischen verlagere sich das Geschäft immer weiter nach hinten. Wegen Gutscheinen und Geldgeschenken spielt inzwischen auch die Zeit nach Weihnachten eine wichtige Rolle für den Umsatz, wenn ein Einkaufsbummel nach faulen Fernseh- und Familientagen willkommene Abwechselung bringt.

          Die Bilanz kurz vor dem Endspurt fällt durchwachsen aus. Nicht nur Karstadt-Mitarbeiter stellen fest: So voll wie sonst zur Weihnachtszeit auf der Zeil ist es in diesem Jahr nicht. „Wir hatten schon mal mehr Frequenz in der Innenstadt“, sagt Joachim Stoll, Vorsitzender des Frankfurter Handelsverbandes. Viele Verbraucher informierten sich im Internet über Geschenke und kämen dann nur noch einmal gezielt in die Innenstadt. Davon, dass die Nutzer gleich im Netz bestellen, ganz zu schweigen.

          Lieber ins Geschäft statt kurzfristiger Internet-Bestellungen

          Die Online-Konkurrenz bezeichnet auch Georg Lackner, Chef des Nordwest-Zentrums, als wachsendes Phänomen. Im „Großen und Ganzen“ sei das Weihnachtsgeschäft bisher jedoch gut verlaufen. „Sehr zufrieden“ ist das Centermanagement im Einkaufszentrum My Zeil, in dem zurzeit auch einmal wieder Warteschlangen vor dem Hollister-Shop zu beobachten sind.

          Karstadt-Chefin Meyer von Froreich hofft, dass alle, die in den ersten Wochen „nur geschaut“ hätten, die Geschenke jetzt im Laden kauften. Die Rechnung wird vermutlich – wie in den vergangenen Jahren – aufgehen. Dies auch aus dem einfachen Grund, dass Internet-Bestellungen kurz vor dem Fest zur „Wackel-Nummer“ werden, wie Claudia Ordelmans, Filialleiterin der Buchhandlung Hugendubel feststellt. Viele haben die Sorge, dass die Bestellungen nicht mehr rechtzeitig eintreffen. Die Umsätze in der Buchhandlung sieht sie bisher auf Vorjahresniveau. Wegen der Tatsache, dass es in diesem Jahr einen Verkaufstag mehr vor Heiligabend gibt, rechnet sie unter dem Strich mit einem Plus. „Ich bin optimistisch.“

          Das gilt nicht für die gesamte Branche. Das warme Wetter macht vor allem dem Textileinzelhandel zu schaffen, der inzwischen hohe Rabatte im Schaufenster ankündigt. Anson’s etwa, Herrenausstatter in My Zeil, wirbt mit 50Prozent Nachlass auf Markenware, im Laden von Peek & Cloppenburg leuchtet die Zahl 30, und bei H&M an der Zeil wurden gestern Winterpullover für 10 Euro verschleudert. Es dauert nicht mehr lange, dann hängt die erste Frühjahrsware an der Stange.

          Grundsätzlich haben Kunden in den nächsten Tagen länger Zeit zum Einkaufen. Wie immer ist das in der Innenstadt nicht einheitlich geregelt. H&M etwa öffnet an den nächsten Tagen schon um 9 Uhr. Hugendubel (von 9.30 Uhr an) hat auch Montag und Dienstag bis 21 Uhr geöffnet, Karstadt ebenso. Und im Hessen-Center können Kunden heute bis 24 Uhr shoppen.

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