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Aufstieg in die 2. Liga : Wehen Wiesbaden feiert im Rathaus

Rückkehr in die 2. Liga: Jubel bei Wiesbaden Bild: dpa

So manches Mal hat es Wiesbaden in den letzten zehn Jahren vergeblich versucht. Doch nach dem Erfolg gegen Ingolstadt ist der Verein endlich wieder aufgestiegen.

          Dunkel getönte Sonnenbrillen gehören nach gewonnenen Pokalspielen, siegreichen Meisterschaften und überstandenen Aufstiegskämpfen zum Accessoire übernächtigter Fußballer. Insofern boten die „Helden von Ingolstadt“ gestern auf dem Wiesbadener Rathausbalkon über dem Schlossplatz auf den ersten Blick keinen anderen Anblick als die Bayern-Champions wenige Tage zuvor auf dem Münchner Marienplatz.

          Oliver Bock

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Die Stadt und die Wiesbadener bereitete der Mannschaft des SV Wehen-Wiesbaden nach dem Erfolg über den FC Ingolstadt den gebührenden Empfang. Ein Triumph, der umso ausgelassener gefeiert wurde, als er nach der deprimierenden Heimspiel-Niederlage wenige Tage zuvor kaum noch erwartet worden war.

          Rückkehr nach zehn Jahren

          Nach mehreren missglückten Anläufen in den zurückliegenden zehn Jahren ist dem SV Wehen-Wiesbaden der Wiederaufstieg in die zweite Fußball-Bundesliga geglückt, und die Landeshauptstadt illuminierte ihr historisches Rathaus aus diesem Anlass schon in der Nacht zum Mittwoch mit der roten Vereinsfarbe. „Wir sind 2. Bundesliga“ stand auf dem Transparent über der Rathaustreppe, über das die Mannschaft am Mittwochnachmittag zum Empfang ins Rathaus einzog.

          Noch in der Nacht hatten Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier und Innenminister Peter Beuth (beide CDU) per Mail gratuliert. Die Mannschaft habe mit Kampfgeist und Leidenschaft aus dem Rückspiel gegen Ingolstadt ein Herzschlagfinale gemacht, das in die Vereinsgeschichte eingehen werde. Damit kröne der Sportverein eine grandiose Saison, meinte Bouffier. Und der nach Ingolstadt mitgereiste Sportminister Beuth freute sich auf künftige Gastspiele von traditionsreichen Clubs wie dem Hamburger SV, dem VfB Stuttgart, dem 1. FC Nürnberg und Hannover 96 in der Brita-Arena. Die wird in der nächsten Saison allein schon deshalb öfter ausverkauft sein, weil sie wegen des Neubaus der Westtribüne nur 7500 statt der sonst möglichen 12.500 Zuschauer fassen wird.

          „Zweite Bundesliga wir kommen“

          „Zweite Bundesliga wir kommen“, hieß es auf den T-Shirts der Mannschaft, deren Bus pünktlich um 14.30 Uhr vor der Rathaustreppe stoppte. Trotz der ungünstigen Zeit hatten sich zahlreiche Fans auf dem Schlossplatz versammelt, um ihre Mannschaft ausgelassen zu feiern. Die hatte nach ihrer späten Rückkehr mitten in der Nacht in einer Wiesbadener Gaststätte schon damit begonnen. Oberbürgermeister Sven Gerich und Sozialdezernent Christoph Manjura (beide SPD) hatten das wegen starker Verkehrsbehinderung verspätet eintreffende Team dort begrüßt.

          Gerich, mit Wehen-Schal statt Amtskette geschmückt, ließ im Festsaal des Rathauses noch einmal die Saison Revue passieren, die mit einem „Fehlstart“ begonnen habe. Am Ende sei der Mannschaft aber mit 71 Treffern die „Torfabrik der 3. Liga“ gewesen. Vereinspräsident Markus Hankammer sprach von einem Traum, an dem der Verein nach dem bitteren Abstieg zehn Jahre lange gearbeitet und in dieser Zeit „viel Lehrgeld bezahlt“ habe. Nun wolle man sich in der zweiten Liga etablieren und mit möglichst vielen Partnern der Region „etwas Großes schaffen“. Gerich wird das Team als Oberbürgermeister nicht mehr in der zweiten Liga erleben. Er sei aber, sagte er bewegt, auf den SV Wehen Wiesbaden „Bolle stolz: Nie mehr dritte Liga“ Das sangen auch die Spieler auf dem Rathausbalkon, und ließen Sekt aus besonders großen Flaschen auf die Fans hinunterregnen.

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