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Mangel an Industrieflächen : Samson droht mit Wegzug aus Frankfurt

Braucht mehr Platz: der Ventilhersteller Samson Bild: Wolfgang Eilmes

Der Ventilhersteller Samson will expandieren. In Frankfurt wird es ihm zu eng. Die SPD-Fraktion im Römer zeigt sich alarmiert von den Plänen des Unternehmens.

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          Dem Ventilhersteller Samson wird es im Frankfurter Ostend, wo er rund 2000 Mitarbeiter beschäftigt, zu eng. Das Unternehmen teilte mit, man prüfe derzeit mehrere Varianten. Neben dem Zukauf von Grundstücken sei dabei „auch die Verlagerung auf Freiflächen außerhalb von Frankfurt“ im Gespräch. Das 1907 gegründete Unternehmen hat seine Zentrale am Osthafen seit 1916. „Wir haben die Grenzen des profitablen Wachstums an diesem Standort erreicht“, sagte der Vorstandsvorsitzende Andreas Widl. Das Unternehmen prüfe, „ob unser Standort im Frankfurter Osten auch weiterhin für uns passend und zukunftsfähig ist“. Samson wünsche sich „eine durchgehende, nicht durch Straßen und fremde Grundstücke unterbrochene Gesamtfläche“.

          Falk Heunemann

          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das Gelände des Unternehmens ist circa 15 Hektar groß. Es wird im Westen begrenzt von der Autobahn 661 und im Norden von der Hanauer Landstraße. Im Süden und Osten sind mögliche Expansionsflächen bis zum Mainufer belegt, unter anderem von der Integrativen Drogenhilfe, dem Abenteuerspielplatz Riederwald und der Biokompost-Tochter der kommunalen Stadtreinigung FES.

          SPD will Unternehmen in Frankfurt halten

          Die Frage der Expansion stelle sich jetzt, weil man langfristig planen wolle, hieß es von Samson. Über eine Erweiterung der Flächen sei man aber im Gespräch mit der Stadt und den Eigentümern der Flächen. Samson stellt Regler und Ventile für Öl, Gas, Dämpfe und chemische Substanzen her, die etwa in Produktionsmaschinen, Chemieanlagen, Kraftwerken und Gebäuden im Einsatz sind. Das Unternehmen beschäftigt weltweit 4500 Mitarbeiter.

          Die SPD-Fraktion im Römer zeigte sich alarmiert von den Plänen des Unternehmens, alternative Standorte zu prüfen. „Wir müssen alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um den Verbleib des Unternehmens in Frankfurt zu sichern“, sagte Gregor Amann, der Wirtschaftspolitiker der Fraktion. Für die Nachbarn müssten nun alternative Flächen gefunden werden. Die Fraktionsvorsitzende Ursula Busch ergänzte, man müsse dem Unternehmen mit 2000 Arbeitsplätzen eine Perspektive in der Stadt bieten. Ein Umzug auf die grüne Wiese belaste nicht zuletzt die Umwelt.

          Wirtschaftsdezernent Markus Frank (CDU) bestätigte, dass er und Stadtplanungsdezernent Mike Josef (SPD) mit dem Unternehmen in Kontakt seien. „Wir sind in guten Gesprächen.“ Ziel sei es, das Unternehmen am Traditionsstandort im Ostend zu halten. Man müsse sich aber anstrengen, damit Industrieunternehmen, die ihre Zentrale in Frankfurt hätten, in der Stadt blieben.

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