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Abgesagte Klassenfahrten : Schulbus statt Jugendherberge

Leere Betten: Viele Kinder müssen auf eine Klassenfahrt verzichten. Bild: dpa

Wegen der steigenden Inzidenzen sind viele Klassenfahrten im Rhein-Main-Gebiet abgesagt worden. Die Kinder sind enttäuscht. Dabei gilt von Montag an eine neue Regel, die sich nicht an der Inzidenz orientiert.

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          Für die Viertklässler der Grundschule Süd-West aus Eschborn kommen die neuen Regeln zu Klassenfahrten gerade noch rechtzeitig, für die Gleichaltrigen einer Schule im Wetteraukreis wahrscheinlich zu spät. Beide Klassen haben sich seit längerer Zeit auf den 13. September gefreut – die Eschborner auf den Aufbruch nach Driedorf im Westerwald, die Grundschüler aus der Wetterau auf die Abfahrt nach Bad Hersfeld. Aber dann steht die Klassenfahrt plötzlich auf der Kippe. Natürlich liegt das an Corona, wie so vieles im Alltag von Grundschülern seit anderthalb Jahren. Denn die Inzidenz ist im Main-Taunus-Kreis, wo Eschborn liegt, und im Wetteraukreis über 100 gestiegen.

          Florentine Fritzen
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          In einem Erlass des Kultusministeriums aus dem Juni, der erst am Mittwochnachmittag durch einen neuen ersetzt worden ist, steht aber, dass Klassenfahrten nicht stattfinden dürfen, wenn die Inzidenz am Schul- oder Zielort über 100 liegt. Die Eltern finden das widersinnig, weil die Kinder ihrer Meinung nach im Alltag in der Schule und zu Hause viel höheren Ansteckungsrisiken ausgesetzt sind. Sie tragen das dem Ministerium vor. Die Eschborner argumentieren mit einer festen Gruppe, die sich bei gutem Wetter im Grünen aufhält, statt vielen Kontakten in Familie, Freizeit und im Schulbus ausgesetzt zu sein. Die Wetterauer sehen am Mittwochmorgen, dass die Inzidenz in Bad Hersfeld bei knapp 17 liegt. Aber da hat die Schulleitung die Fahrt wegen der ungewissen Lage schon storniert.

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