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Wegen Corona-Pandemie : Plötzlich wollen alle vorsorgen

Wenn das Leben an einer Maschine hängt: Die Vorstellung, wegen einer Corona-Infektion beatmet werden zu müssen, macht vielen Menschen Angst. Bild: Frank Röth

Die Pandemie verändert den Blick aufs Sterben. Auf einmal fragen sich die Menschen, was mit ihnen passiert, wenn sie nicht mehr selbst entscheiden können – und werden aktiv.

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          Die Bilder waren schrecklich. Es war Mitte März, die Corona-Krise hatte gerade begonnen. Man verfolgte mit ungläubigem Blick, wie die Infiziertenzahlen in Spanien und Italien anstiegen. Da tauchten die Bilder aus Bergamo auf: Militärtransporter, die Särge mit Corona-Toten fortschafften. Einer hinter dem anderen rollten sie durch die Straßen der italienischen Stadt, wie eine Warnung vor dem, was auch in anderen Ländern drohen könnte. Zur gleichen Zeit häuften sich die Berichte aus Spanien, infizierte Senioren seien in Altenheimen dem Tod überlassen worden, unbeachtet, bis Spezialeinheiten der Armee sie fanden.

          Anna-Sophia Lang

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Geschichten lösten etwas aus. „Corona hat viele Menschen dazu gebracht, über die Endlichkeit des Lebens nachzudenken“, sagt Petra Becher, Geschäftsführerin des Bürgerinstituts Frankfurt. Die soziale Einrichtung mit Sitz nahe der Alten Oper unterstützt vor allem ältere Menschen. Sie verzeichnet seit Beginn der Pandemie ein starkes Interesse an Verfügungen, mit denen fundamentale Fragen geregelt werden: Was passiert mit mir, wenn ich nicht mehr selbst entscheiden kann? Wer trifft medizinische Entscheidungen? Wer sagt, ob ich ins Pflegeheim muss? Wer kümmert sich um meine finanziellen Angelegenheiten?

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