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Waschbären und Marderhunde : Mit Parasiten durchseucht

Als Pelztiere nach Europa importiert: Waschbär Bild: dpa, Action Press

Ein Forschungsprojekt soll zeigen, welche Schäden Waschbären, Marderhunde und Amerikanische Nerze in Europa anrichten. Erste Ergebnisse sind unappetitlich und besorgniserregend.

          2 Min.

          So putzig die Kerlchen auch sind – wer die ersten Ergebnisse des Forschungsprojekts ZOWIAC liest, möchte mit Waschbär und Marderhund am liebsten nichts mehr zu tun haben. Zumindest nicht außerhalb eines Tierparks. ZOWIAC steht für „Zoonotische und wildtierökologische Auswirkungen invasiver Carnivoren“; zu den Projektleitern gehört der Frankfurter Zoologe Sven Klimpel. Er und seine Kollegen wollen herausfinden, was Marderhunde, Waschbären und Amerikanische Nerze – auch Minke genannt – als gebietsfremde Arten in ihren neuen europäischen Siedlungsregionen anrichten. Dabei setzen die Wissenschaftler auf die Mithilfe von außeruniversitären Fachleuten, etwa Jägern, und weiteren interessierten Bürgern.

          Sascha Zoske
          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Auf der Website zowiac.eu gibt es ausführliche Informationen über das Projekt. Auch wurde eine App entwickelt, mit der Bürgerforscher Sichtungen der kleinen Raubtiere melden können. Die Biologen um Klimpel tragen die Verbreitungsdaten der Tiere zusammen, werten Kot- und Blutproben aus und dokumentieren, von welchen einheimischen Arten sich die importierten Pelzträger ernähren. Aufmerksamkeit erfordern sie nicht nur, weil sie möglicherweise Jagd auf gefährdete Arten machen und Schäden in Gebäuden und der Landwirtschaft anrichten. Als Überträger von Krankheiten könnten sie bisweilen sogar für den Menschen zu einer Gefahr werden, wie die Zwischenergebnisse von ZOWIAC annehmen lassen.

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