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Leiter Staatsschutz : Ein Mann für extreme Fälle

Leiter des Frankfurter Staatsschutzes: Wolfgang Trusheim kennt die Gefahren des radikalen Islamismus. Bild: Daniel Vogl

Als Leiter der Staatsschutzabteilung der Frankfurter Polizei ist Wolfgang Trusheim ein Mann für extreme Fälle. Früher hielten ihn kurdische Gewalttäter in Atem, inzwischen hat er vor allem potentielle islamistische Terroristen im Blick. Ende März geht er in den Ruhestand.

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          Irgendwann in seinem langen Berufsleben, da war er noch bei der Frankfurter Mordkommission, saß Wolfgang Trusheim einem Serienmörder gegenüber. Ein Mann, von dem sein Arbeitgeber sagte, der könne „doch keiner Fliege etwas zuleide tun, die Polizei habe den Falschen“. Tatsächlich handelte es sich um jemanden, der ganz offensichtlich seine Freizeit damit verbrachte, Frauen aufzusuchen, sie zu vergewaltigen und dann zu töten. Es war einer von Trusheims ersten Fällen als junger Kommissar. Er saß mit dem Verdächtigen im alten Polizeipräsidium an der Friedrich-Ebert-Anlage in einem kahlen Vernehmungszimmer und sagte: „Dann erzählen Sie mal.“

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Nachweisen konnte man dem Mann zunächst nur einen versuchten Mord an einer Frankfurter Prostituierten. Aber als Trusheim ihn erzählen ließ und mit immer neuen Fragen nachbohrte, kam irgendwann das ganze Grauen ans Licht. Nach drei Stunden hatte der Mann einen weiteren Mord gestanden. Dann noch einen. Und noch einen. Er hörte gar nicht mehr auf. Trusheim verließ an diesem Tag, es war vielleicht auch schon Nacht, so genau weiß er es nicht mehr, zufrieden das Büro. Wohl wissend, dass er soeben einen Mehrfachmörder überführt hatte.

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