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Sportstadt Mainz : Mehr als Bundesligafußball

  • -Aktualisiert am

Logistische Herausforderung: Trotz des Umbaus der Rheingoldhalle wird es im Mai einen Gutenberg-Marathon geben. Bild: Cornelia Sick

Mainz hat sportlich mit Gutenberg-Marathon, City-Triathlon und den Mainz Open einiges zu bieten. Die Stadt fördert dies, indem sie Athleten ehrt und Projekte bezuschusst.

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          Besondere Ereignisse sind manchmal mit besonderen Herausforderungen verbunden. Das bekommen gerade die Verantwortlichen für den Mainzer Gutenberg-Marathon zu spüren. Die anlässlich der 2000-Jahr-Feier der Stadt aus der Taufe gehobene Veranstaltung wird am 5. Mai ihre zwanzigste Auflage erleben. Doch noch nie sahen sich Dieter Ebert, der Leiter der städtischen Sportabteilung, und seine Mitstreiter vor so große logistische Schwierigkeiten gestellt wie dieses Mal. Schuld daran ist der Umbau der Rheingoldhalle, der dieser Tage beginnt. Die Organisatoren müssen nun die Infrastruktur für die bis zu 10.000 Teilnehmer am Rheinufer unterbringen.

          „Das Ufer wird zugestellt“, sagt der in vielen Marathonjahren gestählte Ebert lakonisch. Die zum Jubiläum auftretenden Schwierigkeiten beseitigt er ebenso lässig wie in der Vergangenheit Herausforderungen wegen diverser Straßenbaustellen. In diesem Jahr wird auch noch auf voller Länge die Große Langgasse umgebaut. „Wir haben es immer hingekriegt“, sagt er. Und wenn die Bühne, auf der die Sieger geehrt werden, ungewohnterweise am Fluss statt auf dem Plateau zwischen Rathaus und Rheingoldhalle stehe, „ist das doch ein schönes Ambiente“.

          „Wir haben genügend Sportarten und genügend Vielfalt“

          Der Marathon war das größte, bei weitem aber nicht einzige Ereignis, auf das Stadt und Stadtsportverband gestern in einer gemeinsamen Pressekonferenz hinwiesen. Immer wieder werde die Frage gestellt, ob Mainz eine Sportstadt sei, sagte der Verbandsvorsitzende Alexander Reinemann. „Ich bin der Meinung, wir sind es. Wir haben genügend Sportarten und genügend Vielfalt.“

          Wie bunt und erfolgreich das sportliche Treiben in der Landeshauptstadt abseits des in der öffentlichen Wahrnehmung alles dominierenden FSV Mainz 05 ist, zeigt sich bei der alljährlichen Sportlerehrung. Bürgermeister Günter Beck (Die Grünen) und Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD) werden sie am 4. April vornehmen. Die Veranstaltung bietet Leichtathleten, Ruderern, Schwimmern und anderen eine Bühne. Fußballer sind dort eher selten vertreten, ausgezeichnet werden deutsche Meister sowie Athleten und Mannschaften, die bei internationalen Großereignissen unter den ersten acht gelandet sind. Einen Teil des Spektrums wird die „Meile des Sports“ widerspiegeln, die der Sportverband als Dachorganisation für den 17. August auf dem Gutenbergplatz plant.

          Dritte „Mainz Open“ im August

          Der laufbegeisterte Teil der Bevölkerung, dem ein (Halb-)Marathon zu lang ist, kommt beim traditionell zur Johannisnacht ausgerichteten Dreibrückenlauf am 23. Juni auf seine Kosten. Der Triathlon-Club Eisheiligen-Chaos (TCEC) Mainz bittet am 11. August zum City-Triathlon, ein Wochenende später richtet der TSC Mainz auf seiner Tennisanlage am Ebersheimer Weg die dritten „Mainz Open“ aus. Zu dem Turnier werden eine Reihe deutscher Top-100-Spieler erwartet.

          Das in jährlich wechselnden Kommunen stattfindende Jugendsportfest des Landessportbundes macht 2019 ebenso in Mainz Station (6. bis 8. September) wie voraussichtlich Anfang Juni Marco Mattes. Der langjährige Aktive und Trainer des Mainzer Ruder-Vereins, Organisator der Benefizregatta „Rudern gegen Krebs“ hat sich einer besonderen Aufgabe verschrieben: Im Mai will er seinen Einer im schweizerischen Rüthi auf den Rhein setzen, die rund 1100 Kilometer lange Strecke bis Rotterdam zurücklegen und damit Spenden für die Stiftung „Leben mit Krebs“ einwerben. Wenn Mattes in Mainz anlegen wird, dürfte Dieter Ebert schon darüber nachdenken, wie sich der 21. Gutenberg-Marathon am besten organisieren lässt. Bis 31. März läuft im Übrigen noch die Vorschlagsfrist für den Mainzer Sportpreis. Laut Sportdezernent Beck stehen insgesamt 5750 Euro für „innovative Projekte“ zur Verfügung.

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