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Wohnungsbau und Aartalbahn : Rheingau-Taunus-Kreis: Perspektiven 2019

Neue Impulse: Der Rheingau-Taunus-Kreis will von der Unesco als Biosphärenregion anerkannt werden. Bild: Robert Carrera

Das vergangene Jahr brachte mit der Hessenkasse dem chronisch defizitären Rheingau-Taunus-Kreis die nicht mehr erwartete Entschuldung. Wie er damit gewonnene Freiheit nutzt, ist bislang unklar. Die Biosphärenregion könnte ein Projekt der weitgehend brachliegenden Kreisentwicklung werden.

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          Käseglocke oder Impuls?

          Der Begriff „Biosphärenreservat“ ist inzwischen tabu, weil er allzu sehr nach Regeln und Restriktionen klingt und abschrecken könnte. „Biosphärenregion“ klingt da schon freundlicher. In diesem Jahr wird sich zeigen, ob der Rheingau-Taunus-Kreis gemeinsam mit dem Main-Taunus-Kreis und die Stadt Wiesbaden die Kriterien der Unesco erfüllen könnte, um als Biosphärenregion anerkannt zu werden. Vermutlich würde im Vorgriff keine Kommune für die Planung eines derartigen Luftschlosses viel Geld ausgeben, doch das Land Hessen zahlt (200 000 Euro) und moderiert die Erstellung einer Machbarkeitsstudie, die bis zum Jahresende vorliegen soll. Biosphärenregionen im ländlichen Raum sind nicht neu. Die hessische Rhön ist eine unter ihnen und unter dem Strich durchaus eine Erfolgsgeschichte. Biosphärenregionen in der direkten Nachbarschaft von Metropolregionen sind hingegen die Ausnahme. Ein Vorbild wäre die Region Wienerwald in Österreich. In der Kombination aus der wachsenden Großstadt Wiesbaden und dem sie umgebenden Taunus und Rheingau läge demnach der besondere Reiz.

          Oliver Bock

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Rheingau-Taunus-Kreis und für Wiesbaden.

          Die Ängste allerdings sind groß, dass durch die Hintertür der Naturschutz noch mehr Einfluss auf die ohnehin schon stark reglementierte Bewirtschaftung von Wäldern und Feldern gewinnt. Daher soll zunächst „ergebnisoffen“ geprüft werden. Viele werden in diesem Jahr bei der Erstellung der Studie ein Wörtchen mitreden dürfen. Dazu gehören neben den Kommunen auch Förster und Naturschützer, Jäger und Bauern, Winzer und Waldeigentümer. Auch die Bürger sind gefragt, Vorschläge und Kritik vorzubringen. Im bisweilen rebellischen Rheingau gibt es schon jetzt Widerstand, weil noch mehr Wald als bisher „stillgelegt“ werden könnte, um vielleicht einmal „Urwald“ zu werden. Auch wenn das Land dafür vermutlich Staatswaldflächen bereitstellt, so könnten für die Bewirtschaftung des nahen Kommunalwaldes deutliche Restriktionen erlassen werden. Das wird sich nicht jede Stadt und Gemeinde gefallen lassen. Nach Abschluss der Studie dürfte deshalb eine hitzige Debatte gewinnen, zumal bislang allenfalls vage umrissen ist, was eigentlich der Bürger einer Biosphärenregion von dem Etikett haben wird. Auch darauf muss in diesem Jahr eine Antwort gegeben werden.

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