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Corona-Auflagen : Was an den Osterfeiertagen erlaubt ist

Schöne Feiertage trotz Corona: In Hessen muss so manche Regel beachtet werden, damit man zu Ostern nicht mit dem Gesetz in Konflikt gerät. Bild: dpa

In Hessen herrschen strenge Verordnungen, um die Ausbreitung der Corona-Pandemie einzudämmen. Doch welche Auswirkungen hat das auf die Feiertage? Die wichtigsten Antworten von Familien-Besuchen bis zum Gottesdienst.

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          Darf ich zu meiner Familie fahren?

          Der Kontakt von Familienmitgliedern untereinander ist nicht verboten, weder im privaten Bereich noch in der Öffentlichkeit. Das gilt auch für Osterbesuche in anderen Städten und Bundesländern. Allerdings raten alle Länder dringend von Oster-Besuchen ab, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. Auch wenn es für viele schwierig ist: Zum Schutz der Mitmenschen ist es essentiell, dass die Ostereier-Suche mit Großeltern, Verwandten oder Freunden ausfällt.

          Können wir an den Feiertagen nach draußen gehen?

          Anna-Sophia Lang

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ja. Es ist erlaubt, sich an der frischen Luft zu bewegen. Etwa spazieren zu gehen, Rad zu fahren oder zu joggen. Im Gegensatz zu manch anderem Bundesland dürfen die Hessen auch auf Bänken in der Sonne sitzen oder ein Picknick auf der Wiese machen. Allerdings gilt nach wie vor: Entweder allein oder mit den Menschen aus dem eigenen Haushalt oder mit maximal einer Person, mit der man nicht zusammenwohnt. „Der Kontakt zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes ist auf das absolut nötige Minimum zu reduzieren“, heißt es in der Verordnung des Landes. Und: Bei alldem muss man immer ausreichenden Abstand zu anderen Menschen halten. „Öffentliche Verhaltensweisen, die geeignet sind, das Abstandsgebot zu gefährden, wie etwa gemeinsames Feiern, Grillen oder Picknicken, sind unabhängig von der Personenzahl untersagt.“

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          Sind Ausflüge noch erlaubt?

          Ja, wenn dabei die oben genannten Regeln zu Teilnehmern und Abständen eingehalten werden. Doch der dringende Rat lautet noch mehr als zuvor: Bleiben Sie daheim, so gut es geht. Vermeiden Sie beliebte Ausflugsziele, wo Sie auf viele andere Menschen treffen könnten. Gerade an Ostern ist das besonders wichtig. Manche Städte und Gemeinden in Hessen sperren bereits Orte ab, die bei gutem Wetter stark frequentiert werden, zum Beispiel im Rheingau oder im Taunus. Wer einen Garten oder eine Terrasse hat und dort bleiben kann, macht es Familien ohne diese Ausstattung leichter, draußen zu sein.

          Kann ich wegfahren, um einen Oster-Kurzurlaub zu machen?

          Ähnlich wie oben gilt hier: Reisen und Fahrten aller Art sollten besser abgesagt werden. Hotels und andere Unterkünfte haben für solche Zwecke sowieso geschlossen und viele Nachbarländer lassen einen nicht hinein, jedenfalls nicht für touristische Zwecke. Auch in Hessen ist alles verboten, was mit touristischen Angeboten zu tun hat, zum Beispiel Reisebusreisen. Was eigene Ferienwohnungen oder Zweitwohnungen angeht, sind die Bundesländer unterschiedlich streng. Schleswig-Holstein und Bayern etwa erlauben einen Besuch nicht für Urlaub, sondern nur, wenn „triftige Gründe“ vorliegen. In Mecklenburg-Vorpommern muss man nachweisen, dass Reise und Nutzung der Wohnung für die Ausübung einer beruflichen Tätigkeit zwingend erforderlich sind.

          Kann ich in Oster-Gottesdienste gehen?

          Nein, Gottesdienste können wegen des Versammlungsverbots auch an den Feiertagen nicht in Anwesenheit von Gläubigen stattfinden. Das gleiche gilt für andere Traditionen, für die mehrere Menschen zusammenkommen, etwa Osterfeuer oder auch Ostermärsche. Allerdings übertragen viele Kirchengemeinden Gottesdienste und Andachten per Livestream im Internet. Manches läuft wie jedes Jahr auch im Fernsehen.

          Was passiert, wenn ich mich nicht an Regeln halte?

          Dann drohen Bußgelder. Je nach Schwere des Verstoßes zwischen 200 Euro und 5000 Euro. 200 Euro gibt es, wenn mehr Personen als erlaubt in der Öffentlichkeit unterwegs sind, wenn jemand touristische, kulturelle oder sportliche Angebote wahrnimmt (abgesehen von Online-Angeboten), wenn Hygienemaßnahmen in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen missachtet werden oder wenn jemand solche Einrichtungen ohne Genehmigung betritt. 500Euro sind zu zahlen, wenn sich Rückkehrer aus Risikogebieten nicht an Quarantäne-Regeln halten. Bis zu 1000Euro Geldbuße zahlt, wer touristische, kulturelle und sportliche Zusammenkünfte organisiert und etwa als Geschäftsführer nicht dafür Sorge trägt, dass Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden. Zwischen 500 und 5000 Euro Strafe gelten schließlich für Verstöße gegen das Bewirtungsverbot, für das unerlaubte Anbieten von Übernachtungen und für einen Verstoß gegen Schließungen von Einrichtungen, Betrieben, Begegnungsstätten und entsprechenden Angeboten.

          Wo finde ich weitere Informationen?

          Unter www.hessen.de/fuer-buerger/aktuelle-informationen-zu-corona-hessen hat die Landesregierung Material zu vielen Punkten gesammelt und auf weitere Seiten verlinkt. Bürger können sich mit Fragen auch per Mail an buergertelefon@stk.hessen.de wenden. Außerdem gibt es eine hessenweite Hotline (0800/5554666), die zwischen 8und 20Uhr zu erreichen ist. Für diese Angebote gilt, dass sie momentan sehr stark genutzt werden und man etwas Geduld mitbringen sollte.

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