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Kühle Rechenzentren : Bei Hitze wird das Surfen teurer

Aufgabe des Austauschknotens ist es, die vielen vorhandenen Netze zu verbinden. Bild: Frank Röth

Zur warmen Jahreszeit müssen Rechenzentren die Klimaanlagen jetzt zur Höchstleistungen treiben. Das lässt vor allem die Kosten steigen.

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          Vieles wird langsamer, wenn das Thermometer die Dreißig-Grad-Marke übersteigt. Aber auch die Mobilfunkverbindung? Vodafone-Kunden in Düsseldorf haben das in der vergangenen Hitzewoche erlebt. Weil dort in einem Rechenzentrum die Klimaanlage stotterte und einige Server zu heiß liefen, konnten Tausende Kunden am Mittwochmorgen nicht telefonieren und surfen. Pannen wie diese sind auch in Frankfurt, der deutschen Hochburg der Rechenzentren, nicht ausgeschlossen. Dennoch geben sich die Betreiber in dieser Hinsicht eher gelassen, sie stört die Hitze aus einem anderen Grund: Sie treibt ihre Kosten hoch.

          Inga Janović
          Wirtschaftsredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          „Je wärmer, desto höher der Stromverbrauch für die Klimatisierung, desto höher die Betriebskosten“, rechnet Mareike Jacobshagen vor, Marketing-Chefin bei E-Shelter, dem größten Betreiber von Colocation-Datacentern in der Stadt. Wenn die Außentemperatur mehr als 20 Grad beträgt, müssten die Kältemaschinen angeschaltet werden, bis dahin würden die Serverräume mit Außenluft gekühlt. Die Haustechnik, die das Teuerste an jedem Rechenzentrum ist, sollte Temperaturen bis zu 40 Grad gut bewältigen können.

          In den Gebäuden von E-Shelter und den übrigen Anbietern laufen die Daten zusammen, die die Menschen über ihre Smartphones und Computer verschicken und empfangen. Denn Kunden in den gekühlten Rechenzentren sind unter anderem die großen Cloud-Betreiber wie Amazon, Microsoft und Co. sowie Telekommunikationsanbieter, die dort ihre Speicher und Internetanbindungen installiert haben. Sie erwarten wie die Verbraucher höchste Zuverlässigkeit.

          Besondere Herausforderung

          Das sei gewährleistet, heißt es aus der Branche. Die Hitzetage seien zwar eine besondere Herausforderung, aber ernsthafte Sorgen habe er deshalb nicht“, sagte etwa Dietmar Keßler, Marketing-Direktor bei Equinix, durch deren Seckbacher Rechenzentren viele hyperschnelle Finanztransaktionen abgewickelt werden.

          Interxion, das im Ostend gerade an seinem fünfzehnten Rechenzentrum baut, berichtet von „nur geringfügigen Problemen“. „Diese lagen aber nicht an den Temperaturen, sondern an der Luftfeuchtigkeit“, sagte eine Sprecherin. Bei erhöhter Feuchtigkeit der Außenluft reichere sich diese auch im Gebäude an. Man habe die Haustechnik nun entsprechend eingestellt, technische Probleme gab es keine.

          Trotzdem bleiben die Techniker wachsam. Bei besonderen Wetterlagen, so berichtet Interxion, seien sie in erhöhter Rufbereitschaft und gingen häufiger als üblich durch die Serverräume. Sollte doch mal ein System versagen, könnten sie dann schnell reagieren.

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