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Umweltschützer mahnen : Stadtbäume nicht mit Trinkwasser gießen

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Trotz der Dürrephase fordern Naturschützer dazu auf, kein Trinkwasser für das Gießen von Bäumen zu nutzen. Bild: Wonge Bergmann

Dürrephasen stellen Städte immer wieder vor die Entscheidung: Sollen sie Grünflächen bewässern oder lieber Wasser sparen? Mit dieser Frage haben sich auch Umweltschützer beschäftigt – und stellen Forderungen.

          Angesichts der jüngsten Hitze- und Dürrephasen fordern Naturschützer ein Umsteuern bei der Pflege von Bäumen in Hessens Innenstädten. „Die Bewässerung der Bäume im öffentlichen Bereich mit knapper werdendem Trinkwasser sollte soweit wie möglich beschränkt werden“, heißt es in einem Positionspapier des BUND Hessen, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

          Trinkwasser sei ein Lebensmittel und für die Bewässerung zu schade, vor allem in Zeiten der Dürre. Das Gießen der Bäume sei trotzdem nötig, müsse aber anders geschehen, als das bisher oft der Fall sei.

          Der Klimawandel stellt auch Hessen vor Herausforderungen: „Wir werden in den nächsten Jahren mit sinkenden Grundwasserständen rechnen müssen, gleichzeitig leiden Pflanzen und Bäume in Städten, wie auch in der Natur unter Wassermangel“, sagt Julia Stoye, Sprecherin des Umweltministeriums. Nötig ist also eine Balance aus Wassersparen und Bewässerung.

          Bäume haben eine wichtige Funktion

          Laut dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) erfüllen Bäume besonders in Städten eine wichtige Funktion: „Ihr Blätterdach spendet Schatten und die Verdunstung von Wasser wirkt der Aufheizung von Städten entgegen.“ Grünachsen mit großen Bäumen verbesserten den Luftaustausch zwischen überhitzten Citys und dem kühleren Umland. Daher befürwortet der BUND Erhaltung und Pflege der Bäume.

          Gehölze dagegen, die keine wesentliche positive Wirkung für das Stadtklima hätten, sollten gar nicht mehr mit Trinkwasser gegossen werden. Das gelte auch für Rasenflächen. „Der Wunsch nach einem grünen Rasen rechtfertigt nicht die Verschwendung von sauberem Trinkwasser, dessen Gewinnung in den Gewinnungsgebieten großflächig ökologische Risiken und sogar Schäden hervorruft.“

          Kein Trinkwasser für die Bewässerung

          Am besten wäre es den Umweltschützern zufolge, wenn Kommunen gar kein Trinkwasser mehr für die Bewässerung verwendeten. Denn die Förderung gefährde teilweise den Fortbestand von Wäldern – zum Beispiel im Hessischen Ried. Daher fordert der BUND: „Die öffentliche Hand muss sicherstellen, dass Bäume nicht mit Trinkwasser, sondern mit Brauchwasser oder wenn möglich mit Flusswasser, zum Beispiel aus dem Rhein, dem Main oder der Fulda, oder mit gering verunreinigtem Wasser bewässert werden.“

          Dazu seien Pläne mit konkreten Mengen und Zeitpunkten der Umstellung nötig. Unter anderem müsse das Rheinwasser-Aufbereitungswerk Biebesheim im Hessischen Ried erweitert werden, um die ökologischen Schäden an den Riedwäldern zu beseitigen und Wasserimporte aus dem Vogelsberg und Mittelhessen zu beenden. Die Main-Wasseraufbereitung müsse saniert und erweitert werden.

          Auch das Land Hessen will die vermehrte Nutzung von Brauchwasser anstoßen – zum Beispiel von Regenwasser oder durch doppelte Leitungssysteme, in denen Brauch-, statt Trinkwasser für die Toilettenspülung genutzt wird. Doch die Verwendung von oberirdischen Wasservorkommen kann an Grenzen stoßen: „Auch Bäche, Flüsse und Seen müssen geschützt werden“, erklärt Stoye. Wenn ihre Wasserstände zu weit absinken würden, müssten Kommunen die Wasserentnahme daraus verbieten, um den ökologischen Zustand nicht zu gefährden.

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