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Frauen in der Medizin : „Karriere macht glücklich“

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Diskussion über Hindernisse für Frauen in der Medizin: Obwohl immer mehr Frauen Medizin studieren, gibt es sehr wenig Chefärztinnen und Professorinnen. Bild: dpa

Warum gibt es so wenige Chefärztinnen? Weil sich viele Frauen auch in der Medizin zu wenig zutrauen, hieß es in einer Diskussion in Frankfurt über die Karrierechancen in Kliniken.

          Viele Frauen trauen sich im Berufsleben zu wenig zu, setzen sich keine Ziele und nehmen Unterstützungsangebote nicht an. Das haben die Teilnehmerinnen einer Diskussionsrunde in der Landesärztekammer in Frankfurt kritisiert. Obwohl immer mehr Frauen Medizin studieren – anders als noch vor 40 Jahren stellen sie inzwischen die Mehrheit der Studierenden –, gibt es sehr wenig Chefärztinnen und Professorinnen. Deshalb wollte die Kammer von sechs gestandenen Ärztinnen und einer Nachwuchsmedizinerin wissen, wie weibliche Karrieren in der Medizin gelingen können.

          Ingrid Karb

          Blattmacherin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Erst seit 1908 dürfen Frauen das Fach studieren. Noch 1960, als Ingrid Hasselblatt-Diedrich ihr Studium aufnahm, gab es Vorbehalte. „Üble Kommentare“ habe sie erhalten, als sie gar den Wunsch geäußert habe, Chirurgin zu werden, berichtete Hasselblatt-Diedrich, die von 1987 bis 2001 Chefärztin für Chirurgie am Krankenhaus Sachsenhausen in Frankfurt war. Doch sie habe Glück gehabt, Chancen bekommen und angenommen. Geholfen hätten ihr Mut, Leidenschaft für den Beruf und Durchsetzungsvermögen, aber auch ihr berufspolitisches Engagement in Hartmannbund und Landesärztekammer.

          Karriere auch mit Kindern möglich

          Viele Frauen setzten sich keine Ziele, kritisierte Elke Jäger, Chefärztin am Frankfurter Nordwestkrankenhaus. Sie machten sich zu wenig Gedanken darüber, was sie eigentlich wollten, ergänzte Marion Haubitz, Chefärztin am Klinikum Fulda. Vor leitenden Posten schreckten sie zurück. „Dabei macht Karriere glücklich.“ Spätestens im praktischen Jahr sollten sich Studenten auf eine Fachrichtung festlegen, forderte Alexandra Henneberg, niedergelassene Neurologin. Die drei Universitätsprofessorinnen raten Studentinnen, eine Zeit ins Ausland zu gehen. Außerdem seien Promotion und Habilitation für die Karriere hilfreich. Wegen des Ärztemangels hätten Frauen heute beste Chancen im Beruf, meinte Haubitz. An den Universitäten sei jedoch eine Frauenquote nötig.

          Zugunsten der Karriere auf Kinder zu verzichten sei nicht nötig, waren sich die Teilnehmerinnen einig, die bis auf Hasselblatt-Diedrich und Uta Bierther, Ärztin in Weiterbildung, alle zwei bis drei Kinder aufgezogen haben. Es gebe Möglichkeiten, die Arbeitszeiten flexibel zu gestalten. „Gerade Frauen mit Kindern haben gezeigt, dass sie gut organisieren können, und sind ideal für Chefarztposten geeignet“, sagte Jäger. Von Teilzeitarbeit riet Monika Buchalik, Vizepräsidentin der Landesärztekammer, jedoch ab. Sie selbst habe als Hausärztin mit eigener Praxis zwei Kinder aufgezogen. Statt dessen empfahl sie Müttern, Haushaltshilfen einzustellen, um sich auf den Beruf zu konzentrieren. „Sie verdienen mehr, als sie dafür ausgeben müssen.“ Viele scheuten die Kosten oder wollten die Kinder nicht abgeben. Ein Kitaplatz reiche für die Betreuung aber nicht aus, warnte Haubitz.

          Nicht nur im Haushalt, sondern auch im Berufsleben sollten sich Frauen Unterstützung suchen, meinte Christine Hidas, Oberärztin am Klinikum Darmstadt. Diese bekämen sie in Netzwerken wie dem Ärztinnenbund und in der Studienstiftung. Doch bisher engagierten sich Frauen zu selten in der Fachschaft oder berufspolitisch, bedauerten die Teilnehmerinnen. Frauen hielten dies nicht für wichtig und sagten, sie hätten schon so genug zu tun, erklärte Henneberg. Doch: „Wenn sich etwas ändern soll, müssen sich die Frauen einbringen“, forderte Buchalik.

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