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Teuer und ungenutzt : Möbel statt Flüchtlinge

Ungenutzt: Der Kreis hat das Gebäude seit drei Jahren für die Aufnahme von Flüchtlingen gemietet. Bild: Rainer Wohlfahrt

Seit drei Jahren hält der hessische Kreis Offenbach ein Bürogebäude vor, um darin 250 Flüchtlinge aufzunehmen. Das Gebäude wurde für diesen Zweck aber nie genutzt. Doch damit ist der Ärger noch nicht zu Ende.

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          Die Geschichte begann im Jahr 2015: Kreise und Kommunen überall in Deutschland sahen sich mit einem riesigen Zustrom von Flüchtlingen konfrontiert, die nach Deutschland kamen und die sie auf die Schnelle irgendwie unterbringen mussten. Ende des Jahres wurden dem Kreis Woche für Woche 150 Asylbewerber vom Land zugewiesen. Die Kommunen mieteten Häuser und Wohnungen, wo sie nur welche finden konnten. Auch der Kreis versuchte, die Aufnahmekapazitäten in Gemeinschaftsunterkünften innerhalb kürzester Zeit so weit wie möglich zu erhöhen. Zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten entstanden in mehreren Städten und Gemeinden.

          Eberhard Schwarz

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Kreis Offenbach.

          2016 ging die Zahl der neu ankommenden Flüchtlinge etwas zurück. Zäune und Absperrungen auf dem Balkan zeigten Wirkung. Der schwächere Zustrom ermöglichte es, die Unterkünfte mit weniger Menschen zu belegen und Provisorien zu beenden. So wurde etwa ein von Flüchtlingen genutzter Gemeinschaftsraum des Kultur- und Sportzentrums Martinsee in Heusenstamm wieder für den ursprünglichen Zweck freigegeben. Der Kreis teilte mit, man werde die Suche nach weiteren Gebäuden, sei es zum Kauf oder zur Miete, nicht forcieren. Mehrere zusätzliche Unterkünfte in verschiedenen Städten wurden damals vorbereitet oder waren schon gemietet.

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