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Schwere Zeiten für Demographen : Warum eine Großstadt wie Frankfurt kleiner wird

Wechselspiel: Jedes Jahr verliert Frankfurt einige Tausend Einwohner ans Umland. Die Stadt wächst durch junge Leute, die zum Studium oder wegen der Arbeit hierherziehen – bisher zumindest. Bild: dpa

Viele Familien verlassen die Metropolen, weil sie sich ihre Wohnträume dort nicht leisten können. Doch das ist keine neue Entwicklung. Entscheidend für die Zukunft einer Stadt wie Frankfurt ist, ob trotz Corona wieder genügend junge Leute zuziehen.

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          Der Makler Frank Alexander ist ganz aus dem Häuschen: Die Neubauprojekte im Umland gingen weg „wie geschnitten Brot“, und zwar zu Preisen, von denen die Bauträger vor Jahren nur träumen konnten. Selbst in schlecht angebundenen Orten seien die Immobilien nun gefragt. Vor allem Häuser mit Garten – freistehend oder als Reihen- oder Doppelhaus – fänden in der Region reißenden Absatz. Seit dem Frühjahr habe die Nachfrage stark angezogen, etwa je zur Hälfte durch Eigennutzer und Kapitalanleger. Die Käufer kämen überwiegend aus Frankfurt. „Die Dreißig- bis Fünfzigjährigen verlassen die Stadt“, sagt Alexander auf der Tagung „Heuer Dialog“. Viele Doppelverdiener könnten sich die Wohnkosten in der Mainmetropole nicht mehr leisten.

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Allerdings sind die Kaufpreise im Umland auch schon auf einem Niveau angelangt, das für Normalverdiener ohne große Rücklagen nicht mehr erschwinglich ist. Alexander berichtet von einem Reihenhaus in Rödermark, das für 780.000 Euro den Besitzer wechselte. „Die Leute wissen halt, dass so ein Haus in Frankfurt mehr als eine Million kostet.“ Im Umland erwartet die Käufer allerdings auch die übliche Neubau-Tristesse: Die Projekte, die Alexander zeigt, gleichen einander – weiße Fassaden, dunkle Türen, breite Garageneinfahrten. Offenbar ist dies die gängige Vorstellung vom Traumhaus.

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