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Fridays for Future : Der Kultusminister und die Jungwähler

Fairness und Anerkennung: Politiker und klimabewegte Jugendliche müssen miteinander reden. Bild: dpa

Die Kluft zwischen Politikern und Jugendlichen wird immer tiefer. Der Dialog muss endlich auf Augenhöhe erfolgen – das gilt für beide Parteien.

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          Dem Dialog zwischen Berufspolitikern und klimabewegten Jugendlichen würde zweierlei guttun: Anerkennung und Fairness. Das Interview des hessischen Kultusministers Alexander Lorz (CDU) in der Wochenzeitschrift „Die Zeit“ und die Reaktionen darauf zeigen, dass beide Seiten diesbezüglich noch zulegen können.

          Zunächst einmal muss die Politik „Fridays for Future“ anerkennen. Das heißt, sie muss auf die Argumente der Klimaschützer inhaltlich reagieren, statt einfach auf den „Schulschwänzer“-Vorwurf auszuweichen. Umgekehrt sollten die Jugendlichen aber anerkennen, dass ein Kultusminister nun einmal nicht vorrangig das Klima, sondern das Schulwesen schützen muss. Wer soll auf die Teilnahme am Unterricht achten, wenn nicht der zuständige Minister?

          Lorz äußert sich zu „Fridays for Future“ differenziert. Er erkennt Motive und Leistung der Bewegung an und verdammt auch das Fernbleiben vom Unterricht nicht grundsätzlich. Er sagt nur, dass jeder, der sich engagiere, zumal unter Inkaufnahme eines Regelbruchs, auch einen Preis zahlen müsse. Und der bestehe nun einmal darin, den verpassten Lernstoff nachzuholen.

          Doppelt falsch liegt Lorz dagegen mit der Bemerkung, die freitäglichen Demonstrationen hätten ihr Ziel erreicht, Aufmerksamkeit herzustellen, und könnten deshalb beendet werden. Erstens wollen die Schüler nicht nur Aufmerksamkeit, sondern tatsächlichen politischen und gesellschaftlichen Wandel, und zweitens ist es nicht an Lorz zu bestimmen, wann das Ziel erreicht ist. Mit einer solchen paternalistischen Tonlage wird sich die CDU im Kampf um Stimmen von Jungwählern weiterhin schwertun.

          Medien und Politik zeigen sich unfair

          Der andere Punkt ist die Fairness, die in der Politik unter anderem darin besteht, den Gegner nicht anhand von bloß unterstellten oder gewollt missverstandenen Aussagen zu diskreditieren. Das aber geschieht, wenn „Fridays for Future“-Aktivisten sich ereifern, Lorz wolle Schüler, die sich für ihre Zukunft einsetzten, zur Kasse bitten. Das Kultusministerium hatte auf Anfrage der FDP nur pflichtgemäß die Rechtslage referiert, die bei unentschuldigtem Fehlen als letztes Mittel Bußgelder zulässt.

          Aber in Sachen Fairness geben Medien und Politik eben auch keine guten Beispiele ab. Wer der vom Rezo-Video gebeutelten CDU noch einen mitgeben will, der behauptet halt, Lorz habe den Schülern „mit Bußgeldern gedroht“.

          Matthias Trautsch

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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