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Warnstreiks im öffentlichen Dienst : Bus fährt Streikposten an: Drei Verletzte

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Ausstand: Auch sie streiken für mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen - gesehen in Frankfurt Bild: Fricke, Helmut

In mehreren Städten setzen sich Bus- und Bahnfahrer nicht hinters Steuer, sondern legen ihre Arbeit nieder. Auch Kitas sind vom Warnstreik im öffentlichen Dienst betroffen. In Südhessen sind drei Streikende von einem Bus angefahren worden.

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          Stillstand bei Bussen und Bahnen in Hessen: Mit massiv ausgeweiteten Warnstreiks haben die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes im Tarifstreit den Druck erhöht. In einigen Städten lag seit dem frühen Mittwochmorgen der Nahverkehr lahm, in Frankfurt fuhren nur vereinzelt Busse und keine Straßen- und U-Bahnen. Busse, auch von privaten Unternehmen, würden zudem vom Rhein-Main-Gebiet bis nach Mittelhessen und Fulda ganztägig nicht fahren, sagte Alexander Klein von der Gewerkschaft Verdi. „Die Depots der Verkehrsbetriebe in Frankfurt sind dicht.“

          Beim Warnstreik im privaten Busgewerbe hat es im südhessischen Weiterstadt einen Zwischenfall mit drei Verletzten gegeben. Ein leitender Mitarbeiter eines Unternehmens wollte sich nicht am Ausstand beteiligen, setzte sich ans Steuer und fuhr los. Dabei sei das Fahrzeug auf drei Streikende zugerollt und habe sie verletzt, sagte ein Polizeisprecher in Darmstadt. Die 33 bis 54 Jahre alten Männer seien leicht verletzt und ambulant im Krankenhaus behandelt worden. Nach Darstellung der Gewerkschaft Verdi hat der Fahrer zunächst vor der Gruppe gestoppt und dann Gas gegeben.

          Hessenweite Streikaktionen

          Aufgerufen zum Warnstreik waren außerdem die Müllabfuhr, die Straßenreinigung und das Personal in Krankenhäusern. Streik-Aktionen sollte es unter anderem auch in Wiesbaden, Hanau, Wetzlar, Gießen, Marburg und Limburg geben. In Frankfurt wollten Beschäftigte gegen 10 Uhr an einem Demonstrationszug mit anschließender Kundgebung teilnehmen.

          Nach Angaben von Verdi-Sprecherin Ute Fritzel waren vom Streik die Müllabfuhr in Frankfurt und Offenbach betroffen. Auch die Beschäftigten einzelner Kitas legten ihre Arbeit nieder, darunter in Heppenheim, Rüsselsheim, Groß-Gerau, Frankfurt und Hanau. Die Eltern waren aber laut der Gewerkschaft vorab mit Briefen informiert worden.

          Die Fahrgäste schienen auf den Ausstand im Nahverkehr vorbereitet, Haltestellen blieben häufig leer. „Die Information ist angekommen, dass heute gestreikt wird“, sagte der Sprecher der Frankfurter Nahverkehrsgesellschaft Traffiq, Klaus Linek.

          Verdi will pauschal 100 Euro mehr

          Auch in Darmstadt ging so gut wie nichts mehr: Der Luisenplatz in der Stadtmitte als zentraler Knotenpunkt für Busse und Bahnen war am Morgen fast leer gefegt. Offenbar stiegen Pendler auf Autos oder Fahrräder um - wartende Taxifahrer hatten jedenfalls nicht unbedingt mehr zu tun als sonst. Nach Angaben der Polizei gab es am Morgen zunächst kleine Staus. Das habe sich aber schnell wieder beruhigt. Das Nahverkehrsunternehmen Heag Mobilo rechnete bis einschließlich diesen Freitag mit dem Ausfall von Stadtbus- und Straßenbahnlinien in Darmstadt sowie einzelnen Buslinien in den Kreisen Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau und Bergstraße.

          In Kassel waren die Beschäftigten bereits am Dienstag in den Warnstreik getreten. Dort sollte es am Mittwoch aber keine weiteren Aktionen geben.

          In den laufenden bundesweiten Tarifverhandlungen mit Bund und Kommunen fordert Verdi für die rund 2,1 Millionen Beschäftigten 100 Euro pauschal und 3,5 Prozent mehr Geld. Am Donnerstag und Freitag wollten Arbeitgeber und Gewerkschaften in Potsdam zur zweiten Tarifrunde zusammenkommen.

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