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Warmes auf Knopfdruck : Pizza automatica

  • Aktualisiert am

Bietet zwei Sorten an: Pizza-Automat m Hauptbahnhof Frankfurts Bild: Kaufhold, Marcus

Coffee to go zählt für viele längst zum Alltag. Manach eine hat auch schon Gold to go gekauft oder einen Schwangerschaftstest to go erworben. Nun gibt es in Frankfurt auch Pizza aus dem Automaten.

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          Früher kullerten für einen Groschen und einmal Drehen bunte Kaugummikugeln heraus. Mit ein bisschen Glück war eine Plastikkugel dabei, in der ein Ring aus Blech steckte. Das fanden kleine Mädchen aufregend. Heute zieht man am Automaten Bifi, Coca-Cola, Snickers und Fahrkarten - ein, je nach Geld-Akzeptanz der Maschine, mal mehr, mal weniger emotionsloser Moment.

          Nun aber kommt wieder Leben in die Kiste. "Hemd to go" nennt etwa der Bielefelder Textilhersteller Seidensticker sein Automaten-Projekt, bei dem gefaltete Hemden wie belegte Brötchen in kleinen Fächern hinter Glas stecken. Die Premiere war in München. In Frankfurt ist diese "Vertikalisierungs-Strategie", von der das Unternehmen spricht, noch nicht angekommen.

          25 Zentimeter im Durchmesser

          Allerdings zieht hier zurzeit eine anderes Automatenprojekt im Erdgeschoss des Hauptbahnhofs die Aufmerksamkeit auf sich: eine Kombination aus Tiefkühltruhe und Backofen. Darin ist Platz für 84 Pizzen von Dr. Oetker, 25 Zentimeter im Durchmesser, die in drei Minuten fertig gebacken werden und anschließend in einem offenen Karton in eine Öffnung fallen. Der Karton kann auch geschlossen werden. Messer und Gabel aus Plastik gibt es in einem separaten Fach. Zwei Sorten, Salami (4,80 Euro für 310 Gramm) und Margherita (4,30 für 345 Gramm) sind im Angebot.

          Passanten umschleichen die rote Kiste, aufgestellt von der Hamburger Pizzomatic GmbH, noch etwas zögernd. Manche stellen sich davor und lassen sich mit dem Handy fotografieren. Am Donnerstagmittag wagte ein junger Mann im Blaumann mit zweifacher männlicher Verstärkung den Versuch. Es wurde viel gelacht. "Das ist Evolution", sagte der eine. "Das ist die Zukunft", bemerkte der andere, während die digitale Anzeige die baldige Ankunft des Hefeteigs ("Die Backzeit Ihrer Pizza beträgt noch 28 Sekunden") ankündigte. Gebannt schauten alle auf den Schlitz. Noch 14 Sekunden. "Ich mach schon mal die Kamera fit." Noch drei Sekunden. Und - "Bitte entnehmen Sie vorsichtig Ihre Pizza" - da war sie dann, kleiner als erwartet und etwas blässlich.

          4,80 Euro je Sück

          "Wie geil ist das denn!" rief einer der Handwerkskollegen des Pizzabestellers. Und der andere: "Viereuro-achtzig für dieses Ding hier! Macht nichts, du hast gerade ausgelernt, du hast genug." Und dann marschierte die Pizza-Connection davon, während sich zwei Männer der DB-Security näherten: "Na, geht er jetzt wieder?"

          Wir haben uns anschließend schräg gegenüber bei Ditsch ein Stück Pizza gekauft, dick belegt für 2,60 Euro. Zu diesem Zeitpunkt waren laut Anzeige noch 33 Pizzen im Automaten "verfügbar". Am nächsten Morgen waren es 17 weniger.

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