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Poesie im Wald: Mit der Natur befassen sich viele Gedichte auf dem Laubacher Rundweg. Bild: Thorsten Winter

Wandern und lesen : Der Horizont weitet sich am Wegesrand

Tausende Musikfans fahren jährlich auch von weit her zum Blues-Festival im Laubacher Schlosspark. Doch lockt der Vogelsberg-Ort zudem mit seiner Poesierunde, die in den Hausberg führt.

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          Der deutsche Wald an sich ist seit der Romantik ein Sehnsuchtsort. Er gilt als Oase der Ruhe, weshalb Ärzte ihm die Eigenschaft zuschreiben, den Blutdruck im Zweifel auf gesunde Werte zu senken. Jogger mögen die gute Luft unter den Wipfeln und die magischen Momenten gleichen Begegnungen mit Rehen. Das Wandern an sich nicht zu vergessen.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Doch der Wald kann auch etwas für die kulturelle Bildung tun. Nicht jeder beliebige Wald, sondern ein Forst nahe Laubach im Vogelsberg. Dort gibt es einen Poesieweg. Der Pfad ist recht neu, im Gegensatz zu vielen Gedichten am Wegesrand. Die Poesierunde, wie der Weg amtlich heißt, beginnt am Rosenrondell am Schloss und führt als Erstes durch den angrenzenden Schlosspark. Der eine oder die andere wird dieses Gelände von einem Besuch beim jährlichen Festival „Blues, Schmus & Apfelmus“ kennen, das überregional Publikum anzieht.

          Texte aus dem 19. Jahrhundert

          Wie in anderen Schlossparks auch stehen viele Jahrzehnte alte Bäume an Wegen und neben Teichen. Der Unterschied: An einer Reihe von Bäumen sowie Stelen sind Plaketten mit Gedichten angeschraubt. Im Schlosspark sind es Texte aus dem 19. Jahrhundert, in dem das Gelände angelegt worden ist. Etwa dieser von dem Juristen und Dichter Karl Mayer: „Aus nahem Bienengesang/und fernem Glockenklang/hat sich im Wald ein Ton gemengt/in dem sich löset, was mich engt.“ Da ist es wieder, das Motiv des wohltuenden Waldes.

          Naturnähe kennzeichnet auch andere der knapp zwei Dutzend Werke auf der Runde, die die Wanderer hinauf zum Laubacher Hausberg, dem Ramsberg, führt. Dort kommt etwa auch Paul Celan zu Wort. Angeregt hat Gräfin Celina zu Solms-Laubach den Poesieweg, die Gedichte haben der mit Laubach vertraute Gießener Literaturwissenschaftler Sascha Feuchert und drei Mitarbeiterinnen vorgeschlagen. Schade nur, dass der Weg nur 1,85 Kilometer misst. Wer sich warm gewandert hat, findet aber genug Wege für eine ausgiebige Verlängerung der Tour.

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