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Waldkrankenhaus Köppern : „An Körper und Seele fürs Leben geschädigt“

Das Waldkrankenhaus wurde ursprünglich als Entlastung für die Frankfurter „Anstalt für Irre und Epileptische“ gegründet. Bild: Stadtarchiv Bad Homburg/Postkart

Die Stadt Frankfurt hat Überlebende des Lagers Theresienstadt nach der Befreiung zurückgeholt. Ihre erste Station lag im Taunus. Die ehemaligen KZ-Häftlinge sollten sich von ihren Erlebnissen erholen.

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          Es ist kein Urlaubsgruß, den Ferdinand Levi am 10. Juli 1945 niederschreibt. „Zur Zeit bin ich noch mit einer Anzahl ,Tereziner‘ in dem Erholungsheim in Köppern, nahe Bad Homburg und genieße jetzt, dem Leben neu geschenkt, die ausgezeichnete Taunusluft.“ Was aus seinen Angehörigen geworden ist, an die er den Brief richtet, weiß Levi noch nicht. Terezín ist der tschechische Name von Theresienstadt, wohin der Textilkaufmann am 15. September 1942 deportiert worden war – allein bei diesem Transport mit mehr als 1300 weiteren Juden. Die „Tereziner“ waren die wenigen, die das Konzentrationslager überlebt hatten und von der Stadt Frankfurt 1945 zurückgeholt wurden.

          Bernhard Biener
          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Hochtaunuskreis.

          Ihr Zustand lässt sich in Levis Köpperner Brief erahnen: „Unterkunft und Verpflegung recht gut, ich habe es wieder auf 58 Kilo gebracht.“ Levis Briefe werden schließlich doch noch seine Tochter Edith erreichen, die er 1939 als Sechzehnjährige mit einer Gruppe Jugendlicher nach Palästina geschickt hatte. Dort lebte sie in einem Kibbuz und diente schließlich in der englischen Armee. Sie kam nach Deutschland und konnte ihren Vater im Januar 1946 wiedersehen.

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