https://www.faz.net/-gzg-9frtl

Wahlkampf in Hessen : AfD-Helfer zieht Waffe

Die AfD beklagt die häufigen Angriffe auf Parteimitglieder und Helfer während des Wahlkampfs in Hessen. Bild: dpa

Der Wahlkampf in Hessen wird auch gewalttätig geführt. Ein AfD-Helfer soll einen Mann mit der Waffe bedroht haben. Doch der sieht sich im Fall als das eigentliche Opfer.

          1 Min.

          Der Vater der AfD-Kandidatin im Landtagswahlkreis 39, Mary Khan, soll am Wochenende einen Gegner der Partei mit einer scharfen Schusswaffe bedroht haben. Die Polizei bestätigte gegenüber FAZ.NET nur, dass es im Frankfurter Stadtteil Seckbach einen Streit zwischen zwei Personen gegeben habe. Danach sei eine Waffe sichergestellt worden. Zuvor hatte die linke Tageszeitung „Junge Welt“ über den Vorfall berichtet.

          Alexander Davydov

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Zahid Kahn soll am Sonntagabend gegen 17 Uhr beim Verteilen von Flugblättern in Seckbach mit einem Anwohner aneinander geraten sein. Der Mann hatte laut „Junger Welt“ die Wahlhelfer der rechten Partei aufgefordert, die Siedlung zu verlassen. Während des Streits soll Khans Vater eine scharfe Waffe aus seiner Tasche gezogen, sie durchgeladen und seinem Widersacher an den Kopf gehalten haben. Dabei habe er gesagt „Ich werde dich erschießen“ und „ Du bist der Teufel.“ Die Waffe sei von später dazugekommenen Polizisten beschlagnahmt worden.

          Ein Polizeisprecher sagte, es seien „zwei ideologisch gegensätzliche Seiten“ aufeinander getroffen. Nach Angaben der Beamten wird gegen beide Beteiligte wegen Körperverletzung ermittelt, weil es bei der Auseinandersetzung auch zu Handgreiflichkeiten gekommen sein soll.

          Zahid Khan wollte nach eigener Darstellung seiner Tochter beim Wahlkampf helfen, als er unvermittelt von einem Mann als „Nazischwein“ und „Islamhasser“ beschimpft worden sei. Der Mann sei immer aggressiver aufgetreten und habe ihm gegen die Brust geschlagen, so Khan. Daraufhin habe er selbst die Waffe gezogen, um den Angreifer auf Abstand zu halten. Gegen die Darstellung der „Jungen Welt“ will Khan gerichtlich vorgehen.

          Lambrou beklagt zunehmende Angriffe

          Der hessische AfD-Landessprecher Robert Lambrou deutet den Vorfall als politisch motivierte Attacke. Er sei darüber telefonisch von einem Parteimitglied informiert worden, das Augenzeuge des Geschehens gewesen sei.

          Lambrou beklagt, dass sich die Gewalt häufte. Es sei der sechste Angriff auf Vertreter seiner Partei im hessischen Wahlkampf. Die Schuld liege vor allem in den „Altparteien“, welche die AfD diffamierten und sie mit Rechtsextremismus in Verbindung brächten: „Wir sind kein Freiwild. Auch wir haben das gleiche Recht, Flyer zu verteilen.“

          Mary Khans Vater, Zahid Khan, ist für seine provokanten und  islamkritischen Aussagen bekannt und wurde bereits mehrfach Opfer von Übergriffen. Bei einer Attacke 2014 hatte sich Khan mit mehreren Schüssen gegen seine Angreifer gewehrt.

          Weitere Themen

          Arzneiwirkstoffe für Europa sichern

          Sanofi will Fabriken bündeln : Arzneiwirkstoffe für Europa sichern

          In diesen Tagen mangelt es hierzulande nicht nur an einem Allerwelts-Schmerzmittel. Nun will der Pharmakonzern Sanofi etwas gegen die Abhängigkeit Europas von Asien tun. Sein Werk Höchst spielt dabei eine wichtige Rolle.

          „Empört Euch !? – Arm im Wohlfahrtsstaat“ Video-Seite öffnen

          Ökumenischer Kirchentag : „Empört Euch !? – Arm im Wohlfahrtsstaat“

          Die Deutschen leben in einem reichen Land, das Milliarden Euro mobilisieren kann, um die Auswirkungen der Corona-Pandemie zu bekämpfen. Und dennoch sind viele Menschen arm. Ein Gespräch zwischen Georg Cremer, ehemaliger Generalsekretär der Caritas, und Joachim Rock, Abteilungsleiter im Paritätischen Gesamtverband. Aus der Gesprächsreihe „Schaut hin- zum Ökumenischen Kirchentag 2021“.

          Sperrung, Öffnung, Schließung

          F.A.Z.-Hauptwache : Sperrung, Öffnung, Schließung

          Der Mainkai wird ohne vergleichebare Daten über den Ausweichverkehr geöffnet. Über die Osterferien dürfte es eine echte Entschleunigung geben. Das und was sonst noch wichtig ist in Rhein-Main, steht in der F.A.Z.-Hauptwache.

          Topmeldungen

           Mehr als 200.000 Gastarbeiter der Millionärsmetropole, tätig allein nur im Baugewerbe, leben in Massenunterkünften, den Dormitories.

          Singapur : Eingeschlossen im Containerdorf

          Der rigide Stadtstaat Singapur hatte sich in der Corona-Krise bisher eigentlich bewährt. Nun aber steht er vor einer Herausforderung: 24000 Gastarbeiter sind wegen Ansteckungsgefahr isoliert.
          Ist das erlaubt? Ein Mann und eine Frau auf einer Bank im bayerischen Staffelberg.

          Corona-Regeln : Kleinkrieg um die Parkbank

          Was ist erlaubt in Zeiten des Kontaktverbots? In Sachsen müssen Richter klären, wie weit das Lebensumfeld eines Menschen reicht. Und in Bayern wird diskutiert, ob man sich noch mit einem Buch auf die Bank setzen darf.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.