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Carsten Knop

Wahlk(r)ampf : Die Menschen wollen in Ruhe gelassen werden

  • -Aktualisiert am

Die im Bundestag vertretenden Parteien streiten bis zum 26.09. um die Stimmen der Wähler. Bild: Illustration F.A.S.

Die Kampagne zur Bundestagswahl geht in ihre letzte Woche. In einer gespaltenen Gesellschaft sind Momente der Einigkeit selten. Die Kandidaten überzeugen nicht. Aber die Programme will auch keiner kennenlernen.

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          So viel Einigkeit erlebt man selten in diesen Zeiten. Wenn es niemanden gibt, der sagt, er blicke völlig anders auf die Dinge. Wenn die Kulturdezernentin von der SPD sagen kann: „Die Stadt ist stolz auf dieses Juwel“, und alle aus dem Publikum, die nicht selten anderen Parteien zugeneigt sein dürften, dennoch aus ganzem Herzen zustimmen. Diesen Moment großer gemeinsamer Freude und Einigkeit konnte die sogenannte Frankfurter Stadtgesellschaft am vergangenen Montagabend genießen: zur Eröffnung des Romantik-Museums am Großen Hirschgraben, neben dem Goethe-Haus. Im Publikum saßen auch einige Bundestagsabgeordnete aus Frankfurt, manche werden sich gedacht haben: Augenblick, verweile doch. Denn draußen ist Wahlkampf.

          Ortswechsel, zum Palmengarten, in das Restaurant Lafleur. Auch dort trifft sich an einem Samstagabend eine homogene Gruppe mittelalter Menschen, Männer und Frauen, die ebenso in das Publikum der Eröffnungsfeier des Romantik-Museums gepasst hätte: hohes Bildungsniveau, überdurchschnittliches Einkommen, überdurchschnittliches Interesse an politischen und kulturellen Themen. Hier könnte man auch mit dem Musikkritiker der F.A.Z. über die Inszenierungen der Salzburger Festspiele diskutieren. Aber es geht in den Gesprächen, neben dem guten Essen, das hier von einem Sternekoch serviert wird, auch um Politik. Und in die Gesichter weht ein Grauschleier: „Das wird doch ein Systemwechsel!“, ruft einer der Anwesenden, als es um die Wahrscheinlichkeiten für eine Koalition von SPD, Grünen und Linken unter der Führung des SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz geht. Aber Armin Laschet von der CDU sei doch enttäuschend. Und diese Kandidatin von den Grünen! Und das nach 16 Jahren Angela Merkel.

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