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Forscher und das Coronavirus : Stunde der Erfinder

  • -Aktualisiert am

Forschergeist: Wissenschaftler arbeiten an einem möglichen Impfstoff gegen das Coronavirus. Bild: Helmut Fricke

Wie groß der Einfallsreichtum der Wissenschaftler ist, hat kürzlich ein Team aus Gießen und Marburg gezeigt. Das gibt Anlass zur Zuversicht. Das sollte auch nach der Coronakrise nicht vergessen werden.

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          Es ist gut, dass in Hessen die Baumärkte noch geöffnet haben – ein Besuch dort kann manchen auf kreative Ideen bringen. Vielleicht erwächst daraus auch einmal ähnlich Nützliches wie der Einfall eines Forscherteams der Universitätskliniken Gießen und Marburg: Mit handelsüblichem Heimwerker-Material haben sie einfache Beatmungsmaschinen gebastelt, die zumindest nicht allzu kritisch erkrankten Covid-19-Patienten helfen könnten.

          Natürlich wäre allen wohler, wenn Corona-Infizierte darauf vertrauen könnten, dass ihre Gesundheit im Ernstfall nicht von „Medizintechnik“ aus dem Sortiment von Obi oder Conrad abhängt. Aber niemand kann sagen, wie stark die Kliniken in den nächsten Wochen durch die Pandemie gefordert werden und ob die vorhandenen Geräte für alle Schwerkranken reichen werden. Auch eine ernsthaft zu befürchtende Not, die noch nicht eingetreten ist, darf, ja muss erfinderisch machen.

          Eine verlässliche Finanzierung für Labore

          Überhaupt gehört der Einfallsreichtum der Wissenschaftler zu den Aspekten der Krise, die Anlass zu einer gewissen Zuversicht geben. Während Ökonomen der Uni Mainz Methoden der Arbeitsmarktforschung für die Analyse der Infektionsraten verwenden, suchen Virologen in Gießen, Marburg und Frankfurt nach den Schwachstellen des Erregers, um ihn angreifbar für Medikamente und Impfstrategien zu machen.

          Schnell kommt derzeit das Geld zusammen, das Experten wie die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek für ihre Arbeit brauchen. Um weitere Projekte zu finanzieren, hat die Goethe-Uni flugs einen „Corona-Fonds“ aufgelegt. Aber auch wenn die Pandemie vorbei ist, werden Ciesek und ihre Kollegen weiterhin eine verlässliche Finanzierung brauchen. Daran sollte jeder denken, der in den nächsten Jahren von den hessischen Hochschulen trotz gegenteiliger Vereinbarung doch einen Beitrag zum Schließen des nun aufreißenden Haushaltslochs verlangen will. Schließlich sind Labore mindestens ebenso systemrelevant wie Baumärkte.

          Sascha Zoske

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

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