Anzeige gegen Erzieherinnen :
Missbrauchsverdacht im Jugendheim

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Missbrauchsverdacht im Jugendheim: Zwei Erzieherinnen sollen sich an den Heranwachsenden vergriffen haben.
Angestellte eines Heims sollen Jugendliche sexuell missbraucht haben. Eine Verdächtige soll mit ihrem mutmaßlichen Opfer eine Liebesbeziehung gehabt haben.

Wegen des Verdachts von sexuellem Missbrauch von Jugendlichen sind in einem nordhessischen Jugendheim der Caritas zwei Mitarbeiterinnen vom Dienst freigestellt worden. „Wir haben beide Angelegenheiten zur Strafanzeige gebracht“, sagte Ansgar Erb, Vorstandsmitglied des Wohlfahrtsverbandes in Fulda, am Donnerstag. Betroffen ist das Fritzlarer Haus Carl Sonnenschein im Schwalm-Eder-Kreis. In der Einrichtung mit mehreren Außenstellen leben 90 Kinder und Jugendliche in Wohngruppen. Zuvor hatten die „Hessenschau“ und die „Hessische/Niedersächsische Allgemeine“ über das Thema berichtet.

Laut Erb waren zwei schriftliche, anonyme Hinweise eingegangen. Darin wird einer Mitarbeiterin vorgeworfen, mit einem 16 Jahre alten Jugendlichen eine Liebesbeziehung gehabt zu haben, der zeitweise im Haus Carl Sonnenschein betreut wurde. Der andere Vorwurf betreffe eine Mitarbeiterin, die einen Jugendlichen sexuell gestreichelt haben soll. Durch die Anzeigen solle nun extern überprüft werden, ob die Anschuldigungen stichhaltig seien. Die Caritas habe auch das Jugendamt des Landkreises, das Landesjugendamt und die Missbrauchsbeauftragte des Bistums Fulda informiert.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel bestätigte die eingegangenen Anzeigen. Den anonymen Angaben werde „mit Nachdruck nachgegangen“, sagte Behördensprecher Andreas Thöne. Bislang liegen den Angaben zufolge keine weiteren Erkenntnisse vor, die die Behauptungen stützen. Das Ermittlungsverfahren befinde sich noch in einem sehr frühen Stadium.