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Vorwahlen in Amerika : Stimmabgabe in der Mittagspause

  • -Aktualisiert am

Wahllokal: In dieser australischen Bar können in Deutschland lebende Demokraten ihre Stimme für die Vorwahlen in den Vereinigten Staaten abgeben. Bild: AP

Auch in Frankfurt können Mitglieder der Demokratischen Partei am Super Tuesday teilnehmen. Auch wenn sich die Wähler nicht über die Kandidaten der Demokraten einig sind, so doch über Donald Trump.

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          Natürlich hat Pat Klipp einen Favoriten. Wer es ist, das darf sie allerdings nicht verraten. Denn Klipp ist „Chapter Chair“ des Frankfurter Ablegers der Democrats Abroad – und deshalb zur Neutralität verpflichtet. Mit großer Ernsthaftigkeit wacht die Amerikanerin, die mit einem Deutschen verheiratet ist, über den Wahlvorgang. Sie erklärt ihren Landsleuten den Ablauf und steht der Presse für Fragen zur Verfügung. Jetzt um die Mittagszeit und später, nach Feierabend, erwartet sie die meisten Wähler, die ihre Stimme für einen der amerikanischen Präsidentschaftskandidaten abgeben wollen.

          Die Auslandsorganisation der Demokratischen Partei sorgt dafür, dass auch jene Parteimitglieder, die nicht in den Vereinigten Staaten leben, ihre Stimme bei den Präsidentschaftsvorwahlen abgeben können. Wer kein Wahllokal in seiner Nähe hat, der kann auch per Brief, E-Mail oder Fax abstimmen.

          Eine Bar wird zum Wahllokal

          Für die Demokraten in Frankfurt haben Klipp und ihre Mitstreiter am „Super Tuesday“, an dem in zwölf Bundesstaaten gleichzeitig Vorwahlen stattfinden, die „Yours Australian Bar“ zum Wahllokal gemacht. „Hierher kommen viele Amerikaner zum Essen – und außerdem spricht man die gleiche Sprache“, sagt Dennis Phillips, der ebenfalls bei den Democrats Abroad aktiv ist. Er erwartet 350 bis 400 Wähler in dem Restaurant an der Börse.

          Zur Mittagszeit füllt sich das Lokal langsam, und im abgetrennten, improvisierten Wahllokal kommt jetzt alle paar Minuten ein Wähler vorbei. Don Ridgeway und Barbara Brown warten hinter einem Tisch und teilen die Wahlzettel aus. Vier Kandidaten stehen zur Wahl. Die Wähler können aber auch angeben, dass sie sich noch nicht entschieden haben.

          Einig über Donald Trump

          Kimberly Fleming wird für Bernie Sanders stimmen. „Er hat keine Angst, zu sagen, dass er Sozialist ist und dass Bildung und medizinische Versorgung kostenlos sein sollten“, sagt die Amerikanerin, die zwei Jahre lang für die UN in den Niederlanden gearbeitet hat. Mit Hillary Clinton dagegen würde sich nichts ändern, meint sie. „Die gehört zum politischen und wirtschaftlichen Establishment. Mit ihr wird es auch nur immer neue Kriege geben, und für die Mittelklasse würde sie nichts tun.“ Außerdem nimmt Fleming der früheren Außenministerin ihren Ausspruch „Wir kamen, sahen – und er starb“ übel, mit dem Clinton 2011 den Tod des libyschen Diktators Gaddafi kommentierte. „So etwas sagt man nicht über einen anderen Menschen.“

          Dennis Phillips dagegen ist Feuer und Flamme für Hillary Clinton – und noch mehr für Obama. „Wenn ich könnte, würde ich ihn wiederwählen.“ Vor allem für das Atomabkommen mit Iran und die Entscheidung, keine Soldaten nach Syrien zu schicken, lobt Phillips den amtierenden Präsidenten. „Ich finde gut, dass er mit Putin redet. Alles andere würde die Situation nicht verbessern.“ Auch die Obamacare genannte Krankenversicherung und die Unterzeichnung des Klimaschutzabkommens von Paris findet der Rentner gut. „Und er schließt Guantanamo.“ Clinton traut Phillips zu, dass sie Obamas innen- und außenpolitische Linie fortsetzt. Außerdem habe sie viel mehr Regierungserfahrung als ihr Konkurrent Bernie Sanders. Der sei im Übrigen viel zu alt für das Amt. „Sanders ist älter als ich – und das soll was heißen“, sagt Phillips und lacht.

          Einig sind sich die Demokraten, die an diesem Mittag in der australischen Bar zusammenkommen, in ihrer Meinung über Donald Trump. „Der ist ein Witz“, sagt Fleming. „Ich würde gerne wissen, was seine wahren Absichten sind.“ Eine Chance, Präsident zu werden, habe der Republikaner nicht – glaubt die Demokratin.

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