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Stichwahl Egelsbach : Vorsprung reicht für den Amtsinhaber nicht

Bleiben im Rennen: Jürgen Sieling (SPD, links) und Tobias Wilbrand (Die Grünen) treten in zwei Wochen noch einmal gegeneinander an. Bild: Michael Kretzer

Die Bürgermeisterwahl in Egelsbach wird in einer Stichwahl am 4. März entschieden. Amtsinhaber Jürgen Sieling (SPD) tritt dann gegen Herausforderer Tobias Wilbrand (Die Grünen) an.

          Bei der Bürgermeisterwahl in Egelsbach hat Amtsinhaber Jürgen Sieling (SPD) gestern zwar die meisten Stimmen erhalten; bei drei Gegenkandidaten verfehlte er mit 37,6 Prozent aber die absolute Mehrheit. Jetzt muss er sich am 4. März der Stichwahl stellen. Gegen Sieling tritt dann Tobias Wilbrand (Die Grünen) an, der gestern mit 27,4 Prozent den zweiten Platz erreichte. Ausgeschieden sind Axel Vogt (FDP) mit 26,9 Prozent und der unabhängige Kandidat Jörg Leinberger, den CDU und Linke unterstützten. Leinberger, der vor der Wahl erkrankte, kam auf 8,1 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag mit 53 Prozent exakt so hoch wie bei der Bürgermeisterwahl 2012.

          Eberhard Schwarz

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Kreis Offenbach.

          Etwa 60 Menschen verfolgten gestern Abend im Sitzungssaal der Gemeindevertreter im Egelsbacher Rathaus, wie die Ergebnisse aus den acht Wahlbezirken und zwei Briefwahlbezirken auf zwei großen Bildschirmen angezeigt wurden. Der hauptamtliche Kreisbeigeordnete Carsten Müller (SPD), der SPD-Unterbezirksvorsitzende Ralf Kunert, der Vorsitzende der FDP-Landtagsfraktion René Rock und der Erste Stadtrat von Langen, Stefan Löbig (Die Grünen), ließen es sich nicht nehmen, den Kandidaten ihrer jeweiligen Partei die Daumen zu drücken.

          Vogt und Wilbrand lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen

          Um kurz nach 18 Uhr traf Vogt im Sitzungsaal ein. Vor sechs Jahren kandidierte er schon einmal; auch damals schied er im ersten Wahlgang aus. Wilbrand und Sieling mischten sich kurz darauf unter die Zuschauer. Um 18.26 Uhr wurde das erste Ergebnis aus dem Wahlbezirk 5 „Bürgerhaus“ angezeigt. Mit 36,5 Prozent kam Sieling dabei schon fast an sein vorläufiges Endergebnis heran. Auf Vogt entfielen 31,1 Prozent, während Wilbrand nur 26 Prozent erreichte. Seine vordere Position büßte Sieling nie ein. Vogt und Wilbrand lieferten sich jedoch ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen: Das Zwischenergebnis aus acht Wahlbezirken wies für Vogt noch einen Vorsprung von fünf Stimmen vor seinem Grünen-Konkurrenten aus. Nach neun Wahlbezirken hatte Wilbrand plötzlich 32 Stimmen mehr. Am Ende gaben 23 Stimmen den Ausschlag zugunsten von Wilbrand, der damit in die Stichwahl gelangte.

          Sieling sagte, die Ausgangslage für die Stichwahl sei die gleiche wie vor sechs Jahren: Er trete gegen einen Grünen an. Das Kommunalwahlergebnis der SPD habe er um rund zehn Prozentpunkte übertroffen; damit könne er zufrieden sein. Wilbrand sprach von einem „superknappen Ergebnis“ gegen Vogt. Er sei froh, dass er es in die Stichwahl geschafft habe. Vogt vermutete, dass ihn die Kandidatur von Leinberger Stimmen gekostet habe. Darüber, ob es eine Wahlempfehlung für die Stichwahl gebe, werde die Egelsbacher FDP heute beraten.

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