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Arbeiten in der Pandemie : Karriere im Homeoffice

Multitasking im Homeoffice: Der direkte Kontakt zu den Kollegen ist durch die Entfernung erschwert. (Symbolbild) Bild: dpa

Wegen der Corona-Pandemie arbeiten immer mehr Angestellte im Homeoffice. Das Konzept hat natürlich seine Vorteile, dennoch gibt es viele Gründe um sich auf die Rückkehr ins Büro zu freuen.

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          Es ist bei Videokonferenzen leicht zu erkennen, ob die Kollegen noch ins Büro gehen oder schon zu Hause hocken. Am Arbeitsplatz ziehen sich die meisten ein Hemd oder eine Bluse an. In den eigenen vier Wänden aber sinkt die Etikette. Man sieht nur wenige Kragen und viele T-Shirts und Kapuzenpullis. Immerhin keine Schlafanzüge. Es wäre aber auch irgendwie komisch, zu Hause im Jackett rumzulaufen.

          Zwar kann man auch in bequemer Kleidung gute Arbeit leisten. Vielleicht sogar bessere. Vieles spricht dafür, dass das Homeoffice auch nach der Pandemie erhalten bleibt. Zumindest als Teilzeit-Lösung. Zu den unbestreitbaren Vorzügen gehört, dass die lästige Pendelei entfällt. Die verlorene Zeit am Steuer oder in Bus und Bahn kann man wahrlich besser nutzen. Dennoch: Viele Berufstätige sehnen sich danach, wieder ins Büro zurückzukehren. Denn die Arbeit daheim hat auch ihre Nachteile.

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          Längst nicht jeder kann sich zu Hause so gut konzentrieren wie im Büro. Das gilt zumal dann, wenn Schulkinder auf dem Sofa rumhängen. Oder wenn die Mietwohnung zu klein ist. Wenn dann auch noch der Partner das gleiche Schicksal teilt, wird es bald zu eng. Außerdem lassen sich Arbeit und Freizeit nicht mehr so leicht trennen, wenn der Rechner ständig in Reichweite ist.

          Die Kollegen fehlen

          Vielen fehlt zu Hause auch die anregende Arbeitsatmosphäre. Wenn im Nachbarzimmer die Tastatur klappert, kann das durchaus motivieren. Und der intellektuelle Austausch mit Kollegen lässt die Gedanken sprudeln. Wer sprach noch von der langsamen Verfertigung der Gedanken beim Reden. Kleist? Diese Frage könnte einem der Kollege aus dem Kulturressort beantworten. Zur Not hilft auch das Internet: Ja, es war Kleist. Aber der Kollege hätte wahrscheinlich noch eine geistreiche Anekdote hinzugefügt.

          Auch das informelle Gespräch fehlt: Der Flurfunk sendet nicht mehr. Und neue Projekte wurden schon oft beim Plausch in der Kaffeeküche geboren. Noch ein Punkt: Karriere machen. Hat man schon von Mitarbeitern gehört, die im Homeoffice befördert wurden?

          Es gibt also viele gute Gründe, sich auf die Rückkehr ins Büro zu freuen. Weil nicht absehbar ist, wie sich der Wandel der Arbeitswelt auf den Platzbedarf auswirkt, haben viele Unternehmen ihre Umzüge verschoben. Vielleicht brauchen sie künftig sogar mehr Platz, denn so eng wie bisher wird man die Mitarbeiter wohl kaum setzen dürfen. Corona wirbelt die Arbeitswelt durcheinander – so oder so.

          Rainer Schulze
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

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