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Vor dem Ironman : „Du mußt es zu Ende bringen“

  • Aktualisiert am

Nicole und Lothar Leder Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Vor dem Ironman am Sonntag in Frankfurt unterhält sich das Triathleten-Ehepaar Nicole und Lothar Leder mit dem Psychologieprofessor Michael Macsenaere, der zur ersten Generation deutscher Triathleten gehört, über Motivation, Geld und Tiefs.

          Vom Ironman zum Psychologieprofessor: Michael Macsenaere, 46 Jahre alt, gehört zur ersten Generation deutscher Triathleten. 1988 gewann er die Rheinhessenmeisterschaft gegen den jugendlichen Lothar Leder und blieb auch bei den deutschen Meisterschaften vor dem späteren Triathlonstar. 1989 verwirklichte er sich den Traum von einem Start auf Hawaii. Heute ist Macsenaere geschäftsführender Direktor des Mainzer Instituts für Kinder- und Jugendhilfe und hält Vorlesungen an den Universitäten in Mainz und Köln.

          Lothar Leder, 35 Jahre alt, ist seit zehn Jahren als Langstreckentriathlet in der Weltklasse unterwegs, der Darmstädter war der erste Mensch, der die Ironman-Distanz unter acht Stunden bewältigte. Seine Frau Nicole hat unter anderem das Langstreckenrennen in Roth gewonnen. Beide starten am Sonntag beim Ironman Germany in Frankfurt.

          Michael Macsenaere hier mit Jürgen Klopp als Gast-Dozent an der Uni Mainz

          Lothar Leder: Macsenaere - an den Namen kann ich mich erinnern. Er ist gespeichert. Unter negativ. Es gibt nicht viele Leute, mit denen ich an einem Tisch saß, die mich zweimal geschlagen haben.

          Macsenaere: Das war in den Achtzigern bei den Rheinhessenmeisterschaftem und noch mal bei den Deutschen. Aber ich war ja auch um einiges älter.

          Wie ging das los damals mit dem Triathlon?

          Macsenaere: Hawaii, der Ironman - das waren scheinbar unmenschliche Distanzen. Es war natürlich immer eine Faszination, es einmal nach Hawaii zu schaffen. Aber am Anfang war auch eine Kurzdistanz ziemlich spannend.

          Lothar Leder: Es gab schon bald Kader, Trainingsmethodik und solche Dinge. Aber meine ersten Eindrücke sind vom Abenteurer bestimmt. Du standest an der Startlinie und hast nicht gewußt, was dich erwartet. Ob du im See erfrierst, du hattest ja noch keinen Neoprenanzug, ob dein Fahrrad hält. Es ging ums Ankommen.

          Wie kamen Sie zum Triathlon?

          Lothar Leder: Ich kam vom Schwimmen.

          Da gibt es keine Abenteuer, oder?

          Nicole Leder: Höchstens mal im Becken einen Sprung in der Kachel.

          Lothar Leder: Als ich angefangen habe mit Triathlon, hat mein Schwimmtrainer gesagt, du bist verrückt, wie kannst du so einen Schwachsinn machen? 1985 oder 1986 habe ich ein Buch gekauft, über den ersten deutschen Triathleten auf Hawaii, Manuel Debus.

          Nicole Leder: Ich bin geschwommen, habe mit 16 aufgehört, wieder angefangen und bin im Verein dann mit den Triathleten geschwommen. Für die Triathleten ist das Schlimmste ja schon immer das Schwimmen gewesen, und dann hat der Trainer gesagt: Schwimmen kannst du, eigentlich kannst du den Rest ja auch mal versuchen.

          Macsenaere: Hawaii war völlig unerreichbar damals, völlig utopisch. Aber wir konnten Triathlon in Worms auch vor der Haustür betreiben.

          Lothar Leder: Ja, ich weiß noch, ich bin mal an den Silbersee in Worms gefahren habe geschaut und gesagt: Da starten die Triathleten, das war ja fast schon mythisch. Da schwimmen die, unvorstellbar. Und dann wollte ich mitmachen.

          Wie war es das erste mal auf der Langstrecke?

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