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: Vom Stammspieler auf die Bank
und wieder zurück

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Jürgen Kramny ist bei Mainz 05 von der unverzichtbaren Stammkraft zum Bankdrücker abgestiegen, doch der Mittelfeldspieler hat sich wieder herangekämpft. Im Endspurt um den Aufstieg in die Bundesliga ist er wieder zur festen Größe geworden. Fünf Fragen an einen selbstkritischen Profi.

          Herr Kramnny, in der vergangenen Saison waren Sie beim FSV Mainz 05 hochgelobter Regisseur mit glänzenden Kritiken, wie fühlen Sie sich ein Jahr später als halber Stammspieler?

          Halber Stammspieler? Wenn man es an der Statistik festmacht, kann man das so sagen. Ich habe letztes Jahr sofort meinen Rhythmus gefunden und eine überragende Runde gespielt. In dieser Saison bin ich schwer in die Gänge gekommen. Darauf hat Trainer Jürgen Klopp reagiert und mich auch mal draußen gelassen. Das war eine ungewohnte Situation. Am Montag gegen Duisburg habe ich wieder von Beginn an gespielt und mein erstes Saisontor geschossen. Ich versuche jetzt, konstante Leistungen zu bringen.

          Stehen Sie sich manchmal selbst im Weg?

          Das habe ich schon häufig gehört. Wenn man gut spielt und dann massiv nachlässt, beginnt die Suche nach Erklärungen. So ist das bei mir. Ich bin ein selbstkritischer Spieler, manchmal vielleicht zu selbstkritisch. Man setzt sich unter Druck und versucht Dinge, die man besser gelassen hätte: schwierige Bälle, statt einfach zu spielen.

          Mit Siegen in Aachen und am 5. Mai gegen Eintracht Frankfurt sei Mainz aufgestiegen, hat Stürmer Andrej Woronin gesagt. Teilen Sie diese Einschätzung?

          Ich bezweifle, daß 59 Punkte reichen würden. Aber diese beiden Erfolge wären natürlich Riesenschritte, keine Frage. Doch andererseits: Hätte, wenn und aber. Wir haben letztes Jahr Arminia Bielefeld 4:1 geschlagen und waren für alle schon aufgestiegen. Und was war? Wir hätten nur noch drei Punkte aus drei Spielen gebraucht - und haben sie nicht geholt. Andrej ist ein junger Spieler, er redet manchmal ein bißchen schneller als er denkt.

          Eintracht-Profi Jermaine Jones will Mainz den Aufstieg "versauen", wie er es formuliert hat. Umgekehrt würden Sie so etwas nie sagen?

          Ich will niemandem den Aufstieg versauen. Ich will selbst aufsteigen und alles dafür tun, daß wir unsere Spiele gewinnen. Was die anderen machen, interessiert mich nicht.

          Wird Klopp zum Trainer des Jahres gewählt bei einem Mainzer Aufstieg?

          Gut möglich. Die Konkurrenz ist dieses Jahr nicht so groß. Felix Magath fällt mir noch ein.

          Die Fragen stellte Uwe Martin.

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