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Sprung ins „reale“ Berufsleben : Vom Radprofi zum Büromensch

  • -Aktualisiert am

Umgestiegen: Hannes Blank tauschte mit 26 Jahren das Leben als Radprofi gegen ein Studium ein. Bild: Lakuntza, Nerea

Wer es als Radprofi nicht bis zum Pariser Triumphbogen schafft, muss irgendwann in ein neues Metier wechseln. Ein eiserner Wille hilft aber auch da.

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          Hannes Blank hat die Welten quasi über Nacht gewechselt. An einem Donnerstag strampelte er sich in seinem letzten Profirennen ab, tags darauf feierte er Saisonabschluss mit seinem luxemburgischen Team, für das er zuletzt fuhr. Und am Montag rückte er zum Studium ein in die „bunkerartigen Räume der Uni Köln“, wie er sich schmunzelnd erinnert. Wenig Tageslicht, schlechte Luft, viel Lernstoff. „Es kam mir vor, als sei mir der Hirnstamm abgetrennt worden. Ich hatte das Lernen verlernt“, erzählt Blank. Jahrelang hatte er vorwiegend mit den Beinen gearbeitet und war es gewohnt, seine Tage draußen auf dem Sattel zu verbringen.

          „Ich war nach einer halben Stunde in der Uni schon so kaputt wie sonst auf dem Rad nach einer halben Stunde Intervalltraining mit Gegenwind“, sagt der heute 38 Jahre alte Dieburger. Blank hat mit 26 Jahren den Absprung geschafft aus dem professionellen Räderwerk, hat sich nicht mehr der Hoffnung hingegeben, eines Tages bei der Tour de France zu glänzen. Zumal zu seinen besten Zeiten fortwährende Dopingenthüllungen seinem Sport hierzulande den Boden unter den Reifen wegzogen. Auf die größten Radsportbühnen hat es Blank mit seiner Beinarbeit nicht geschafft. Aber längst ist er dank Kopfarbeit erfolgreich in seiner zweiten Karriere. Nach Stationen in Moskau und St. Petersburg ist er seit drei Jahren wieder in der hessischen Heimat tätig. Im Frankfurter Büro der Bauunternehmen BAM Corporate Services.

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