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Volker Mosbrugger : Vom Lehrenden zum Manager der Wissenschaft

Der Mensch ist die Laus im Pelz der Erde: Volker Mosbrugger im Senckenberg-Museum. Bild: von Siebenthal, Jakob

Volker Mosbrugger ist Biologe und war Professor in Tübingen. Heute ist er Generaldirektor des Senckenberg-Instituts in Frankfurt und diskutiert auch gerne mal mit Managern. An der Universität sei es schwer, ein großes Rad zu drehen, sagt er.

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          Von einem, der sich mit Paläontologie befasst, also mit Pflanzen und Tieren, die bisweilen schon ein paar Millionen Jahre lang tot sind, erwartet man nicht gerade, dass er die Zukunft im Blick hat. Aber Volker Mosbrugger hätte früher wohl auch nicht gedacht, dass er einmal als Fachmann für Biodiversität und Klimawandel allenthalben gefragt sein würde. Und ein Forschungsinstitut mit rund 750 Mitarbeitern in ganz Deutschland leiten würde.

          Eva-Maria Magel

          Kulturredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Im legeren Professorenpulli oder in Outdoorkleidung sieht man Mosbrugger, 1953 in Konstanz geboren, heute kaum mehr. Seine Dienstuniform ist längst der Anzug mit Krawatte geworden. Mosbrugger, Generaldirektor des Frankfurter Senckenberg-Instituts, ist zwar auch Professor an der Goethe-Universität, Kontakt mit Nachwuchswissenschaftlern aber hat er kaum. Das vermisst er. Seit er, acht Jahre ist das her, von Tübingen nach Frankfurt ging. Die Freiheit, die er 15 Jahre lang als Professor an der Universität genoss, gekrönt von der höchsten deutschen Wissenschaftsauszeichnung, dem Leibniz-Preis, reichte ihm nicht mehr: „Wenn man an einer Hochschule größere Projekte entwickeln will, kommt man nicht weit, vor allem, wenn es kein Mainstream ist, was man macht.“

          Kämpfen um Fördermittel

          So wagt er 2005 den Sprung vom Hochschullehrer zum Wissenschaftsmanager. Nur einmal im Jahr für zwei bis vier Wochen will er sich das Arbeiten im Gelände weiterhin „gönnen“. Seit beinahe 30 Jahren erforscht er, selbst spezialisiert auf Pflanzen, den Wandel von Klima und Arten anhand von Befunden aus der Erdgeschichte. In der tibetischen Hochebene erkundet er mit einem internationalen Forschungsverbund, wie das Plateau entstanden ist, welche Auswirkungen seine Entwicklung auf das Klima hat und wo der Mensch es mitprägt.

          Oft muss er auf die Tibet-Exkursion aber verzichten, auch in diesem Jahr konnte er nicht reisen. Denn die Leibniz-Gemeinschaft der deutschen Forschungsinstitute, der auch das Senckenberg-Institut angehört, wird es im September evaluieren. Und davon hängt ab, mit welchen Mitteln das Haus in den nächsten Jahren rechnen kann, für die Meeres- und die Bodenforschung, für die Ausgrabungen in der Grube Messel und die Projekte rund um die Artenvielfalt, die Mosbruggers Spezialgebiet sind.

          „Mich interessieren die großen Zusammenhänge“

          „Wir stehen gut da“, sagt Mosbrugger, aber in einer Einrichtung, die ihre Größe und Leistung seit 2005 etwa vervierfacht habe, sei „noch nicht alles eingespielt“. Die world of biodiversity, wie es neuerdings in dem Haus heißt, will noch justiert werden. Seit Mosbrugger Senckenberg vorsteht, hat sich das Institut samt seinem Aushängeschild, dem Frankfurter Senckenberg-Museum, in ungeheurem Tempo verändert. Sein Vorgänger Fritz Steininger hatte die Erweiterung durch die Naturmuseen und Forschungszentren in Dresden, Görlitz und Müncheberg begonnen. Mosbrugger hat 2008 einen Forschungsverbund zu den Themen Biodiversität und Klima gegründet, „Bik F“ genannt und finanziert aus einem Programm des Landes Hessen. 200 Mitarbeiter sind darin beschäftigt.

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