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Volker Hoff : Geldwäsche-Anzeige gegen früheren Minister

  • Aktualisiert am

Volker Hoff droht abermals Ärger wegen einer Geldwäsche-Anzeige Bild: dpa

Dem früheren hessischen Minister Hoff droht Ärger mit der Justiz. Die Staatsanwaltschaft prüft eine Strafanzeige wegen leichtfertiger Geldwäsche. Hintergrund ist ein Urteil in einem Zivilprozess.

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          Der Staatsanwaltschaft Wiesbaden liegt eine Strafanzeige gegen den früheren hessischen Europaminister Volker Hoff (CDU) wegen leichtfertiger Geldwäsche vor. Über die Aufnahme von Ermittlungen oder die Ablehnung der Anzeige sei noch nicht entschieden, sagte Behördensprecher Hartmut Ferse. Die Anzeige wurde erstattet vom Anwalt der Media Agentur Carat, die von Hoff und dessen früherem Geschäftspartner Reinhard Zoffel vor Gericht 2,5 Millionen Euro Schadenersatz erstritten hat.

          Der Streit zwischen Carat und Hoff ist Seitenstrang eines Wirtschaftskrimis in der TV-Werbebranche mit früheren Manager Alexander Ruzicka in der Hauptrolle. Ruzicka hatte beim Verkauf von Fernsehwerbezeiten seinen Arbeitgeber, die Carat-Mutter Aegis Media, um 35 Millionen Euro betrogen. Deshalb verurteilte ihn das Landgericht Wiesbaden im Mai 2009 wegen Untreue zu elf Jahren und drei Monaten Haft.

          Gericht: Leichtfertige Geldwäsche

          Etwa neun Millionen Euro veruntreutes Geld schleuste Ruzicka über die Werbeagentur ZHP, deren Teilhaber Zoffel und Hoff angeblich von diesen Machenschaften nichts ahnten. In dem Schadenersatzprozess kam eine Zivilkammer des Wiesbadener Landgerichts Anfang November aber zu dem Schluss, dass Zoffel und Hoff sich der leichtfertigen Geldwäsche schuldig gemacht hätten.

          Im Rahmen des Ruzicka-Verfahrens werde immer noch gegen Zoffel wegen des Verdachts der Beihilfe zur Untreue ermittelt, sagte Ferse. Den Europaminister Hoff führten die Ermittler nur als Zeugen, was immer wieder auf Kritik stieß. Ferse sagte dazu, dass Zoffel für den direkten Kontakt zu Ruzicka zuständig gewesen sei.

          Verurteilung noch nicht rechtskräftig

          Hoff schied 2009 aus der Landesregierung aus und gab 2010 auch sein Landtagsmandat auf. Bis zum Sommer 2012 arbeitete er als Chef-Lobbyist im Vorstand des Autobauers Opel. Die Verurteilung zu Schadenersatz ist noch nicht rechtskräftig.

          Die Vorwürfe gegen Hoff reichen zurück in die Zeit vor 2006. Bei Geldwäsche gilt eine Verjährungsfrist von fünf Jahren. Allerdings ruht die Verjährung in der Zeit, in der Hoff Abgeordneter war. Diese Frage ist Teil der Prüfung der Strafanzeige durch die Staatsanwaltschaft.

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