https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/volker-hoff-geldwaesche-anzeige-gegen-frueheren-minister-11968634.html

Volker Hoff : Geldwäsche-Anzeige gegen früheren Minister

  • Aktualisiert am
Volker Hoff droht abermals Ärger wegen einer Geldwäsche-Anzeige
          1 Min.

          Der Staatsanwaltschaft Wiesbaden liegt eine Strafanzeige gegen den früheren hessischen Europaminister Volker Hoff (CDU) wegen leichtfertiger Geldwäsche vor. Über die Aufnahme von Ermittlungen oder die Ablehnung der Anzeige sei noch nicht entschieden, sagte Behördensprecher Hartmut Ferse. Die Anzeige wurde erstattet vom Anwalt der Media Agentur Carat, die von Hoff und dessen früherem Geschäftspartner Reinhard Zoffel vor Gericht 2,5 Millionen Euro Schadenersatz erstritten hat.

          Der Streit zwischen Carat und Hoff ist Seitenstrang eines Wirtschaftskrimis in der TV-Werbebranche mit früheren Manager Alexander Ruzicka in der Hauptrolle. Ruzicka hatte beim Verkauf von Fernsehwerbezeiten seinen Arbeitgeber, die Carat-Mutter Aegis Media, um 35 Millionen Euro betrogen. Deshalb verurteilte ihn das Landgericht Wiesbaden im Mai 2009 wegen Untreue zu elf Jahren und drei Monaten Haft.

          Gericht: Leichtfertige Geldwäsche

          Etwa neun Millionen Euro veruntreutes Geld schleuste Ruzicka über die Werbeagentur ZHP, deren Teilhaber Zoffel und Hoff angeblich von diesen Machenschaften nichts ahnten. In dem Schadenersatzprozess kam eine Zivilkammer des Wiesbadener Landgerichts Anfang November aber zu dem Schluss, dass Zoffel und Hoff sich der leichtfertigen Geldwäsche schuldig gemacht hätten.

          Im Rahmen des Ruzicka-Verfahrens werde immer noch gegen Zoffel wegen des Verdachts der Beihilfe zur Untreue ermittelt, sagte Ferse. Den Europaminister Hoff führten die Ermittler nur als Zeugen, was immer wieder auf Kritik stieß. Ferse sagte dazu, dass Zoffel für den direkten Kontakt zu Ruzicka zuständig gewesen sei.

          Verurteilung noch nicht rechtskräftig

          Hoff schied 2009 aus der Landesregierung aus und gab 2010 auch sein Landtagsmandat auf. Bis zum Sommer 2012 arbeitete er als Chef-Lobbyist im Vorstand des Autobauers Opel. Die Verurteilung zu Schadenersatz ist noch nicht rechtskräftig.

          Die Vorwürfe gegen Hoff reichen zurück in die Zeit vor 2006. Bei Geldwäsche gilt eine Verjährungsfrist von fünf Jahren. Allerdings ruht die Verjährung in der Zeit, in der Hoff Abgeordneter war. Diese Frage ist Teil der Prüfung der Strafanzeige durch die Staatsanwaltschaft.

          Weitere Themen

          Im Wald der Zukunft stehen Küstentannen

          Heute in Rhein-Main : Im Wald der Zukunft stehen Küstentannen

          Gasversorger fordern Entlastungen für Haushalte in Zahlungsschwierigkeiten. Der Wald der Zukunft besteht aus Küstentannen. Und Smalltalk gehört nicht nur auf Partys dazu. Die F.A.Z.-Hauptwache blickt auf die Themen des Tages.

          Sprach-Kitas könnte bald das Geld fehlen

          Sprachförderung : Sprach-Kitas könnte bald das Geld fehlen

          Der Bund beendet seine Förderung der sprachlichen Früherziehung in Kitas. Dabei ist sie essentiell für die frühkindliche Bildung und den späteren Bildungs- und Berufserfolg. Darmstadt schlägt Alarm.

          Topmeldungen

          Was bleibt den Menschen im Winter an Kleingeld übrig? 11:02

          F.A.Z.-Frühdenker : Wer soll um wie viel entlastet werden?

          Die EU will deutschen Verbrauchern zusätzliche Belastungen ersparen, Deutschlands größter Gasimporteur stellt seine Halbjahreszahlen vor. Und die Deutsche Fußball Liga bittet zur Generalversammlung. Der F.A.Z.-Newsletter für Deutschland.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.