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Vogelgrippe : Zoos in Hessen und Hamburg geschlossen

  • Aktualisiert am

Dicht: Der Opel-Zoo in Kronberg schließt vorerst für Besucher, nachdem bei einem toten Rosapelikan das Vogelgrippe-Virus H5N8 nachgewiesen worden ist Bild: dpa

Im Opel-Zoo und im Hamburger Tierpark Hagenbeck sind Gänse und ein Pelikan an dem Vogelgrippe-Virus H5N8 verstorben. Die beiden Einrichtungen bleiben vorerst geschlossen – ein Minister mahnt zu Wachsamkeit.

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          Der Hamburger Tierpark Hagenbeck und der Opel-Zoo im hessischen Kronberg sind wegen erster Vogelgrippe-Nachweise geschlossen worden. Für beide Einrichtungen wurden am Dienstag umfangreiche Untersuchungen und verstärkte Schutzmaßnahmen für die übrigen Tiere angekündigt. Bei Hagenbeck war die derzeit kursierende H5N8-Variante bei drei verendeten Gänsen gefunden worden, im Opel-Zoo bei einem toten Pelikan. Wie das hessische Umweltministerium am Dienstag bekanntgab, war das Zootier bereits in der vergangenen Woche tot im Gehege entdeckt worden. Das Friedrich-Loeffler-Institut habe den Kadaver untersucht und am Dienstag bestätigt, dass er positiv auf das hochansteckende Virus getestet worden sei – der dritte Fall in Hessen. Für wie lange die Zoos geschlossen bleiben, war zunächst unklar.

          Nicht nur der Opel-Zoo, sondern auch der öffentlich zugängliche Weg, der durch das Gelände führt, soll nun geschlossen werden. „Für den Opel-Zoo sind das bittere Maßnahmen, die aber dennoch unumgänglich sind“, teilte der Direktor Thomas Kauffels mit. Da die Hochsaison jedoch ohnehin mit den Herbstferien ende, sei die Schließung derzeit kein Drama. Der Zoo im Taunus gehört mit jährlich rund 750.000 Besuchern zu den meistbesuchten Freizeiteinrichtungen in Hessen und hat die landesweit einzige Elefantenanlage.

          Bundeslandwirtschaftsminister: Kein Anlass zu Entspannung

          In den vergangenen Tagen hatten bereits zwei Tierparks in Mecklenburg Vorpommern – Ueckermünde und Sassnitz – nach Vogelgrippe-Nachweisen vorläufig die Tore geschlossen.

          Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt mahnte weiter zu Wachsamkeit bei der Eindämmung der Vogelgrippe. Es bestehe überhaupt kein Anlass zu Entspannung oder für eine Reduzierung der Vorsorgemaßnahmen, sagte der CSU-Politiker. Das Krisenmanagement von Bund und Ländern habe seine Wirkung bisher aber nicht verfehlt. De facto gebe es zumindest in den Risikogebieten fast flächendeckende Schutzvorkehrungen wie eine Stallpflicht.

          Im Opel-Zoo soll nun der gesamte Vogelbestand untersucht werden, um festzustellen, ob es noch weitere infizierte Tiere gibt. Die Ergebnisse sollen Ende der Woche vorliegen. Die anderen im Opel-Zoo lebenden Pelikane würden bereits seit vorvergangener Woche strikt getrennt von den übrigen Vögeln gehalten und hätten keinen Kontakt zu Besuchern gehabt, hieß es. Bisher zeigten die Pelikane keine Auffälligkeiten und müssten vorerst nicht getötet werden. Bis zum Abschluss der Untersuchungen sollen sie in Quarantäne bleiben.

          Rund 360 Ställe betroffen

          Das Umweltministerium hat Teile des Hochtaunuskreises und Main-Taunus-Kreises zum Sperrgebiet für Geflügel und Geflügelprodukte erklärt. Im Umkreis von mindestens drei Kilometern um den Zoo entsteht ein Sperrgebiet, im Umkreis von mindestens zehn Kilometern ein Beobachtungsgebiet. Dort untersuchen Veterinärbehörden alle gewerblichen Geflügelbestände, außerdem gelten strenge Sicherheitsmaßnahmen. Laut dem Ministerium sind in beiden Zonen insgesamt rund 360 Ställe betroffen, die überwiegend kleine Betriebe und Hobbyhaltungen seien.

          Bei dem toten Rosapelikan handelt es sich um den dritten bestätigten Fall des Vogelgrippeerregers in Hessen. Zuvor waren bei einer toten Kanadagans in Frankfurt und bei einer Wildente im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg das Virus festgestellt worden. Momentan gelten landesweit eine Stallpflicht für Geflügel sowie in Risikozonen eine Leinenpflicht für Hunde und ein Auslaufverbot für Katzen.

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