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Erfolgsgeschichte Vita Cola : Ost-Brause statt Coca-Cola

Neuanfang: 1994 brachte die heutige Hassia-Tochter Thüringer Waldquell die Marke Vita Cola wieder auf den Markt. Bild: Picture-Alliance

Die Hassia-Tochter Vita Cola ist weltweit einzigartig: Sie ist zumindest in einer Region Marktführer vor Coke. Eine deutsch-deutsche Geschichte über Erfolge und Missverständnisse nach der Einheit.

          5 Min.

          An seine allererste Vita Cola kann sich Dirk Hinkel gut erinnern. Das sei in einer Eisdiele im thüringischen Schmalkalden gewesen, erzählt er, irgendwann Mitte der neunziger Jahre. Wie sie ihm geschmeckt habe? „Anders“, sagt er und lacht. Nicht nur nach Zucker und Koffein, sondern auch nach Zitrus und ein wenig nach Kräutern. „Auf ihre Art erfrischend.“

          Falk Heunemann
          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dirk Hinkel ist wahrscheinlich immer noch einer von wenigen Westdeutschen, die Vita Cola überhaupt kennen. Er muss es beruflich. Denn der Dreiundfünfzigjährige ist heute geschäftsführender Gesellschafter der Bad Vilbeler Hassia-Gruppe, des viertgrößten Mineralwasserherstellers Deutschlands. „Und Vita Cola ist die umsatzstärkste Marke in der gesamten Gruppe.“ Fast 90 Millionen Liter der Marke verkauft das Unternehmen jedes Jahr, in Ostdeutschland ist Vita Cola mit 15 Prozent Marktanteil die zweitbeliebteste Cola-Marke. In Thüringen ist sie mit 34 Prozent sogar Marktführer, vor Coca-Cola. Dass gibt es nirgendwo sonst auf der Welt – abgesehen von Kuba und Nordkorea, für die ein amerikanisches Handelsembargo gilt, sowie Schottland.

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