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Viren und Bakterien im Blut : Mikroben-DNA könnte Krebs anzeigen

Krebszell-Cluster im Knochenmark Bild: Picture-Alliance

Ob ein Mensch an Krebs erkrankt ist, könnte sich an DNA-Spuren von Viren und Bakterien im Blut feststellen lassen. Zu diesem Schluss kommt ein internationales Forscherteam, zu dem Gießener Bioinformatiker gehören.

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          DNA-Spuren von Viren und Bakterien im Blut könnten Hinweise darauf geben, ob ein Mensch an Krebs erkrankt ist. Das hat ein internationales Forscherteam unter Beteiligung von Bioinformatikern der Uni Gießen gezeigt. Die Wissenschaftler nutzten Künstliche Intelligenz, um herauszufinden, ob das Vorhandensein bestimmter Mikroben Hinweise auf Tumore gibt. Dazu analysierten sie mehr als 18.000 Proben von rund 10.500 Patienten mit 33 verschiedenen Krebsarten.

          Sascha Zoske

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Einige Zusammenhänge hatten die Forscher erwartet, zum Beispiel dass Humane Papillomaviren mit Gebärmutterhals-, Kopf- und Halskrebs assoziiert sind und Fusobacterium-Arten mit Magen-Darm-Krebs. Das Team fand aber auch bisher unbekannte mikrobielle Signaturen, die es ermöglichen, zwischen verschiedenen Krebsarten zu unterscheiden. So unterscheidet das Vorhandensein von Faecalibacterium-Arten Darmkrebs von anderen Tumoren. DNA-Fragmente des Epstein-Barr-Virus wiederum lassen auf verschiedene Typen von Magenkrebs schließen.

          Mehrere Firmen arbeiten an Bluttests zur Krebsdiagnose, mit denen sich veränderte menschliche DNA nachweisen lässt. „Ein Test auf Grundlage der mikrobiellen DNA dürfte deutlich einfacher sein“, meint der Gießener Bioinformatiker Stefan Janssen. Ob sich mit dieser Methode jeder Krebs erkennen lasse, müssten weitere große Studien zeigen.

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