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Tipps für Thermen-Besuch : Entspannt im Wasser

Die Kaiser Friedrich Therme in Baden-Baden Friedrichsbad Bild: CARASANA Bäderbetriebe GmbH

Wenn draußen der Winter tobt, dann badet es sich am besten im Warmen. Hier sind vier Vorschläge, wo sich ein Thermen-Besuch wirklich lohnt.

          2 Min.

          Es stimmt natürlich: Baden-Baden liegt nicht gerade um die Ecke des Rhein-Main-Gebiets. Trotzdem muss man die Fahrt dorthin wirklich jedem ans Herz legen: Denn ein Abstecher ins Friedrichsbad ist mehr als nur ein Badbesuch. Es ist ein Ritual, das einen aus dem Alltag rausreißt, eine Reise in die Vergangenheit. Nach einem klar festgelegten Plan geht es durch den von Karl Dernfeld im Renaissance-Stil geplanten Badetempel, der nach seiner Fertigstellung im Jahr 1877 lange als prächtigstes Thermalbad des Landes galt. Warmluftbad, Heißluftbad, Seifenbürstenmassagen, Sprudelbecken, der Badesaal mit seiner 17 Meter hohen Kuppel. Wer auf diesem Rundgang noch an den nächsten Geschäftstermin oder die Steuererklärung denkt, dem ist nicht zu helfen. Am Ende des Parcours, für den man gut zwei Stunden einplanen sollte, wickelt man sich in ein vorgewärmtes Tuch und dämmert im Ruhesaal langsam weg.

          Alexander Jürgs

          Freier Autor in der Rhein-Main-Zeitung.

          Aber Achtung: Im Friedrichsbad gibt es sowohl nach Geschlechtern getrennte wie gemischte Badetage. Montags, donnerstags und samstags gehen Männer und Frauen getrennt durch die Stationen, an den anderen Tagen darf man gemeinsam durch die Badehallen mit ihrem wunderbaren Retro-Charme.

          Und danach? Nein, nicht wie Dostojewskij ins Spielcasino, sondern ins großartige Museum Frieder Burda: Dort läuft gerade eine Ausstellung über die „Brücke“-Künstler.

          Friedrichsbad. Baden-Baden, Römerplatz 1, www.carasana.de

          Trip unter Wasser

          Die Therme in Bad Orb wirkt ein bisschen, als hätte ein bekiffter Hippie sie erfunden: Die Architektur erinnert an Frei Otto oder die Phantasiegebäude von Archigram, im Kuppelsaal schwebt man in Salzwasser, hört unter Wasser Musik (manchmal legen sogar DJs auf), an der Decke erscheinen kaleidoskopartige Farbspiele. Kein schlechter Trip.

          Und danach? Für den schönen Barfußpfad, der im Kurpark beginnt, ist es zu kalt. Besser essen gehen: Im „Alten Bahnhof“ schmeckt es großartig.

          Toskana Therme. Bad Orb, Horststraße 1, www.toskanaworld.net

          Sauna am Fluss

          Bad Ems an der Lahn ist ein herrlich verschlafener Kurort, nicht weit entfernt von Koblenz. 2012 hat dort eine sehr großartige und sehr schicke Therme mit allem Pipapo eröffnet: Es gibt Kammern, um Salzluft zu inhalieren, ein Kräuterdampfbad, unzählige warme und kalte Bäder, ein tolles Außenbecken, die Architektur mit viel Glas lässt das Licht herein. Das Allerschönste aber ist die Panorama-Sauna mit Blick auf den Fluss und die Staustufe. Nach dem Schwitzen geht man auf die Plattform, schaut auf die Lahn, hört dem Wasser am Wehr zu und atmet die frische Luft ein. Perfekt.

          Und danach? Im traumhaft-plüschigen Café der Konditorei Maxeiner Törtchen essen.

          Emser Therme.Bad Ems, Viktoriaallee 25, www.emser-therme.de

          Alt und Neu

          Der Darmstädter Stadtbaurat August Buxbaum hat das frühere Stadtbad entworfen – in einer schmucken Mischung aus Jugendstil und Neoklassizismus, mit Schwimmhallen nach Geschlechtern getrennt, 1909 eröffnete sein Bad. Heute existiert von den zwei Hallen nur noch die, in der damals die Herren schwammen, von 2005 bis 2008 wurde sie mit viel Liebe fürs Detail restauriert. Die Frauenschwimmhalle wurde im Krieg zerstört, danach baute man dort eine Mischung aus Lehrschwimmbecken und Sporthalle. Heute findet man dort ein modernes Wellnessbad – mit Kinder- und Außenbecken, Dampfbad, dunklem Solebecken. Richtig toll ist der Saunabereich mit Dachterrasse. Nach dem Aufguss genießt man den Blick über die Darmstädter Innenstadt.

          Und danach? Zur Mathildenhöhe, wo der deutsche Jugendstil sein Herz hatte, ist es nur einen Katzensprung.

          Jugendstilbad.Darmstadt, Mercksplatz 1, www.jugendstilbad.de

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