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Familienstreit vermutet : Mehrere Festnahmen nach blutiger Schießerei in Darmstadt

  • Aktualisiert am

Polizeieinsatz in Darmstadt: In Kranichstein fielen Schüsse. Bild: dpa

In Darmstadt fallen am späten Nachmittag Schüsse. Vier Personen werden verletzt ins Krankenhaus gebracht, zwei von ihnen mit Schusswunden. Die Polizei hat einen Verdacht zum Hintergrund der Tat.

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          Bei einem Streit zwischen zwei Familien sind in Darmstadt Schüsse gefallen und vier Männer verletzt worden. Die Polizei nahm kurz nach der Tat am Donnerstagabend vier tatverdächtige Männer fest. Die Staatsanwaltschaft hat Untersuchungshaft für drei Verdächtige beantragt. Es handele sich um einen Vater mit bosnisch-herzegowinischer Staatsangehörigkeit und seine zwei Söhne mit deutschem Pass.

          Den 56, 32 und 27 Jahre alten Männern aus Griesheim und Kranichstein werde gemeinschaftlich begangene, versuchte Tötung vorgeworfen, erklärten Polizei und Staatsanwaltschaft am Freitag. Zu dem Fall wollen sich die Ermittler am Montag wieder äußern. Wie Staatsanwaltschaft und Polizei in der Nacht zu Freitag mitteilten, führten länger andauernde Streitigkeiten zwischen den beiden verwandten Familien zu der Eskalation.

          Im Zuge einer großangelegten Fahndung und gezielter Verkehrskontrollen nahm die Polizei am Abend noch zwei Frauen fest, wie es weiter hieß. „Inwieweit diese mit der Tat in Verbindung stehen, muss noch ermittelt werden“, sagte eine Polizeisprecherin in der Nacht. Bei ihnen müsse noch geklärt werden, ob sie nur Zeuginnen waren oder selbst an der Tat beteiligt.

          Gegen 17 Uhr hätten Zeugen über Notruf die Polizei alarmiert und eine Auseinandersetzung zwischen mehreren Personen sowie Schussgeräusche gemeldet. Am Tatort habe die Polizei drei verletzte Männer im Alter von 29, 31 und 35 Jahren gefunden. Zwei von ihnen erlitten den Angaben zufolge Schussverletzungen. Ein weiterer sei mit einem Schlagstock verletzt worden. Alle kamen in Krankenhäuser. Die Männer seien außer Lebensgefahr. Zudem sei ein 58 Jahre alter Mann bei der Auseinandersetzung leicht verletzt worden.

          Die Polizei durchsuchte mit Spezialkommandos mehrere Wohnungen im hessischen Griesheim und in Darmstadt-Kranichstein, wie es weiter hieß. Die Tatwaffe sei dabei nicht gefunden worden. In der Nacht würden noch weitere Wohnungen durchsucht, sagte eine Polizeisprecherin.

          Wegen des Vorfalls lief im Stadtteil Kranichstein ein „größerer Polizeieinsatz“. Einsatzkräfte mit schusssicheren Westen, Helmen und Maschinenpistolen waren auf den Straßen zu sehen. Ein Polizeihubschrauber war im Einsatz. Die vier Tatverdächtigen wurden laut der Ermittler bei Fahrzeugkontrollen in Büttelborn und Darmstadt festgenommen sowie in der Nähe des Tatorts. Zu deren und der Identität der Verletzten machte die Polizei keine weiteren Angaben.

          Auch der Ablauf der Auseinandersetzung und die Zahl der Beteiligten sowie deren Nationalität blieben nach dem Vorfall zunächst unklar. Die Polizei konnte auch nicht sagen, ob mehrere Streitparteien Schüsse abfeuerten. Via Twitter hatten die Ermittler dazu aufgerufen, den Tatort im Bereich der Parkstraße zu umfahren. Dort liefe die Spurensicherung, Zeugen würden befragt.

          „Dynamischer“ Ablauf

          Der Tatort liegt in einem ruhigen Teil Kranichsteins mit Einfamilienhäusern, nicht im neueren, vorwiegend mit Hochhäusern bebauten Gebiet. Ein mehrere hundert Meter langer Abschnitt der engen Straße in dem in der Nähe von Reitställen und Wiesen liegenden Gebiet wurde abgesperrt. Experten der Polizei sicherten Spuren.

          Das Tatgeschehen zog sich über etwa 300 Meter die Parkstraße entlang; eine Polizeisprecherin nannte den Ablauf „dynamisch“. Täter und Opfer sollen die Straße entlanggelaufen sein. Schaulustige fotografierten die Szenerie mit ihren Mobiltelefonen.

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