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Öffentlicher Nahverkehr : Freies W-Lan in der Straßenbahn

  • -Aktualisiert am

Moderne Technik: Informationsbildschirme sind nur ein Zusatz-“Feature“, mit dem die „smarte Tram“ ausgerüstet ist. Bild: Rainer Wohlfahrt

Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt erprobt die „smarte“ Tram. Mit W-Lan, Videobildschirm und den aktuellsten Nachrichten sollen junge Kunden gewonnen werden.

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          Während Stadtkämmerer Uwe Becker (CDU) im Straßenbahndepot Gutleut eine neue, „smarte“ Straßenbahn der Öffentlichkeit vorstellt, rauschen draußen ICE-Züge auf ihrem Weg zum Hauptbahnhof vorbei. Der Stadtrat schaut herüber und sagt mit einem Lächeln: „Die werfen neidvolle Blicke in die Halle.“ Das Bild ist zwar ein bisschen schief, aber die Bemerkung des Kämmerers hat einen wahren Kern, denn die „schlaue Tram“ hat den Schnellzügen der Deutschen Bahn tatsächlich einiges voraus. Sie bieten beispielsweise allen Fahrgästen unentgeltliches W-Lan - wovon viele Zugreisende derzeit noch träumen.

          Einziger, aber schwerwiegender Nachteil der smarten Straßenbahn: Es gibt bisher nur ein einziges Exemplar von ihr. Eigentlich ist der Zug der Typenbezeichnung R, der gestern Mittag im Depot präsentiert wird, nämlich ein älteres Modell der Fahrzeugflotte der Verkehrsgesellschaft VGF. Er wurde schon vor zwei Jahrzehnten in Betrieb genommen, aber jetzt haben ihn sich Ingenieure der Firma Siemens vorgenommen und zu einer Tram der Zukunft umgerüstet.

          Kameras statt Rückspiegeln

          Alle möglichen Zusatz-„Features“, die den Fahrgästen gefallen könnten, haben die Siemens-Leute in die Straßenbahn eingebaut: Zum Beispiel zeigen Monitore im Innern des Zuges die genaue Abfolge der Stationen und kündigen jeweils die nächste Haltestelle an. Sogar Anschlussverbindungen werden angezeigt, und zwischendurch erscheinen auf den Bildschirmen der Wetterbericht und aktuelle Meldungen. Unterbrochen wird das Programm von Werbung. Auch der Tramfahrer bekommt einen Monitor, allerdings keinen Video-Bildschirm, sondern einen Computermonitor, auf dem wichtige Mitteilungen angezeigt werden. Zudem kann der Fahrer dort Betriebsvorschriften abrufen und muss sie nicht mehr auf Papier lesen.

          Die „smarte Tram“ bietet auch mehr Sicherheit, worauf vor allem Verkehrsdezernent Stefan Majer (Die Grünen) bei der Präsentation hinweist. Die Straßenbahn ist mit einem Fahrer-Assistenzsystem ausgestattet, das mit Hilfe einer Kombination aus Videokamera und Radarsensor auftauchende Hindernisse ortet und den Fahrer warnt beziehungsweise im Notfall eine Notbremsung auslöst. Zwei Außenkameras übernehmen die Funktion von Rückspiegeln und liefern dem Fahrer Bilder von dem, was neben der Bahn passiert.

          Zug wird ein Jahr lang geprüft

          Zudem ist die „smarte Tram“ mit Frontscheinwerfern in LED-Technik ausgerüstet, sie geben deutlich besseres Licht als herkömmliche Strahler. Auch im Fahrgastraum sind Kameras installiert. Sie übertragen die Geschehnisse in der Bahn in den Führerstand. Erfahrungsgemäß schrecken solche Aufzeichnungen Randalierer ab.

          38 alte R-Wagen nennt die VGF ihr Eigen. Ob alle diese Straßenbahnen zu smarten Trams umgebaut werden sollen, ist noch nicht entschieden. Zunächst will die Verkehrsgesellschaft den hochgerüsteten Zug ein Jahr lang prüfen. Staatssekretär Norbert Barthle (CDU) vom Bundesverkehrsministerium sieht in der modernisierten Straßenbahn auf jeden Fall eine enorme Chance, um vor allem junge Leute als Kunden für Busse und Bahnen gewinnen zu können.

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